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Studie: Kohle-Aus ohne Massenarbeitslosigkeit

Strukturwandel in der Lausitz Studie: Kohle-Aus ohne Massenarbeitslosigkeit

Nachdem der Energieversorger Leag in der Lausitz vorerst keine neuen Gruben aufschließen will, könnte die Braunkohle-Ära schneller zu Ende gehen als gedacht. Wo sollen die Kumpel aber Arbeit finden? Eine Studie entwirft ein optimistisches Szenario.

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Eine Zukunft ohne Kohle ist jobtechnisch möglich, glauben die Forscher.

Quelle: dpa

Potsdam. Der Ausbau erneuerbarer Energien soll die wegfallenden Braunkohle-Arbeitsplätze in der Lausitz ersetzen können. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung im Auftrag des Öko-Energieversorgers Greenpeace Energy.

Die Autoren der Studie gehen in ihrem optimistischen Szenario davon aus, dass sich die Zahl der Braunkohlejobs in der Lausitz bis zum Jahr 2030 wegen Kraftwerksabschaltungen und Grubenstilllegungen von derzeit rund 8000 auf 3900 halbieren wird. Durch den Ausbau von Solar- und Windenergie in Brandenburg und Sachsen sollen in beiden Bundesländern mindestens so viele neue Arbeitsplätze geschaffen werden, wie Studienautorin Katharina Heinbach erklärte. Allerdings eben in beiden Ländern und nicht allein in der Lausitz. Dort rechnet Heinbach mit rund 820 Jobs durch erneuerbare Energien.

Umschulung in vielen Fällen möglich

Da die Energieversorgung weiter dezentralisiert werde, würden sich sowohl Wertschöpfung als auch die neuen Arbeitsplätze stärker in der Region verteilen, erklärte sie. Ein vollständiger Ersatz der wegfallenden Jobs in der Lausitz sei deswegen nicht möglich.

Außerdem sei eine Übernahme aller Beschäftigten, die bei dem schrittweisen Kohle-Ausstieg ihren Job verlieren, nicht möglich. Allerdings könne durch Umschulung „ein großer Teil der derzeit noch jungen Belegschaft in den nächsten Jahrzehnten im Geschäftsfeld Erneuerbare Energien tätig werden könnte“, so das Fazit der Studie.

Optimistisches Szenario

Die Prognose beruht allerdings auf einem optimistischen Szenario mit einer „überdurchschnittlichen hohen regionalen Ansässigkeit“ von Akteuren. Das heißt: Um möglichst viel Wertschöpfung und ein hohes Beschäftigungspotenzial zu erreichen, müssen nicht nur viele neue Anlagen gebaut werden, sie müssen auch von Gesellschaften oder Bürgergenossenschaften vor Ort betrieben werden.

Der Auftraggeber der Studie – Greenpeace Energy – ist eine Genossenschaft, an der die Umweltorganisation Greenpeace lediglich einen geringen Anteil hat (fünf Anteile je 55 Euro). Als Energieversorger will Greenpeace Energy den Kohle-Ausstieg nun mit Hilfe eines „Anti-Kohle-Cents“ beschleunigen. Der Versorger bietet einen neuen Stromtarif an, bei dem ein Cent pro Kilowatstunde in die Förderung neuer Solaranlagen in den Tagebaurevieren fließen soll.

Auf diesen „Ausstiegs-Soli“ setzt auch der Kohlegegner Günter Jurischka, dessen Heimatdorf Proschim von der Abbaggerung bedroht ist. Der Rentner macht sich seit Jahren gegen die Erschließung neuer Kohlegruben stark und betreibt inzwischen selbst eine Solaranlage, die Strom für die Greenpeace-Genossenschaft liefert. „Das ist echtes Bürgerengagement, das hier positive Zeichen setzt“, so Jurischka.

Von Torsten Gellner

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