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Teilweise genesen zurück zur Arbeit

Gesundheitspolitik Teilweise genesen zurück zur Arbeit

Ein 50-Prozent-Krankenschein ist Teil eines Modellvorschlags, den der Sachverständigenrat des deutschen Gesundheitswesens vorgelegt hat. Im Klartext: Sollte sich der Arbeitnehmer einigermaßen fit fühlen, kann er mit seinem Arzt ausmachen, teilweise wieder dem Job nachzugehen. Damit sollen die hohen Krankengeldkosten gesenkt werden.

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Wer sich einigermaßen fit fühlt, soll seine Arbeit wieder aufnehmen.

Quelle: dpa-Zentralbild

Potsdam. Mit Gehgips ins Büro? Die Pläne für eine Teilkrankschreibung haben unter den MAZ-Lesern viel Wirbel ausgelöst. Auch in Brandenburger Unternehmen, vor allem bei Klein- und Mittelständlern, gibt es eher Verunsicherung und Kopfschütteln. Hier hält man die Idee für schlicht nicht umsetzbar. Der Sachverständigenrat des Gesundheitswesens schlägt vor, dass Arbeitnehmer, die sich auf dem Weg der Besserung befinden – entsprechend ihres Gesundheitszustandes – teilweise ihrer Arbeit wieder nachgehen sollen. Krankschreibungen auf strikt freiwilliger Basis wären dann zu 25, 50 oder 75 Prozent denkbar. Der Vorteil: Das Krankengeld, das dem Arbeitnehmer nach sechs Wochen Ausfall zusteht, könnte gesenkt werden, weil der Arbeitgeber für die erbrachte Teilleistung zahlt. Ziel ist, die massiv steigenden Ausgaben beim Krankengeld zu drosseln. Sie erreichten 2014 mit 10,6 Milliarden Euro einen neuen Höchststand.

Vor allem bei den Gewerkschaften stößt der Vorschlag auf Widerstand. Sie bezweifeln, dass Hausärzte überhaupt in der Lage sind, angesichts des Drucks in vielen Unternehmen eine Teilarbeitsfähigkeit zu attestieren. „Wer krank ist, ist krank und soll sich auskurieren“, sagt Markus Hofmann, Abteilungsleiter beim DGB-Bundesvorstand. Anstatt das Krankengeld zu staffeln, müssten die Versorgungsstrukturen verbessert werden, um etwa die hohe Zahl psychischer Erkrankungen früher zu erkennen. Ferdinand Gerlach, Chef des Sachverständigengremiums und Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin der Universität Frankfurt (Main), will niemanden an die Werkbank schicken, der dazu nicht in der Lage ist. „Eine Teilkrankschreibung kann nur im Gespräch zwischen Arzt und Patienten erfolgen.“ Der Arbeitgeber habe darauf keinen Einfluss.

Beim Bundesverband Deutscher Internisten fürchtet man, dass die Ärzte dadurch in ein schwieriges Verhandlungsgeschäft mit ihren Patienten getrieben werden könnten, für das es keine Kriterien gebe. Wie sollen Büroangestellte, Dachdecker und Piloten verglichen werden?, lautet eine der oft gestellten Fragen. Nicht alle Arbeitnehmer könnten gleichermaßen teilgesund geschrieben werden.

Das Gutachten der Sachverständigen liegt derzeit bei Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU). „Es wird sehr genau geprüft, zumal es auch viel rechtliche Fragen zu bedenken gibt“, so Sprecherin Jasmin Maschke.

 

Von Volkmar Krause

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