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Twitter stellt Abschied von 140-Zeichen-Regel in Aussicht

Internet Twitter stellt Abschied von 140-Zeichen-Regel in Aussicht

Twitter könnte die größte Veränderung seit dem Start vor fast fünf Jahren bevorstehen. Mitgründer Jack Dorsey spricht sich dafür aus, deutlich längere Tweets zuzulassen. Das Echo war gemischt. Manche befürchten, dadurch drohe Twitter eine Identitätskrise.

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Twitter-Mitgründer Jack Dorsey will deutlich längere Tweets zuzulassen. Foto: Andrew Gommert

San Francisco. Twitter-Nutzer können sich auf ein Ende der Einschränkung auf 140 Zeichen einstellen. Mitgründer und Chef Jack Dorsey warb am Dienstag dafür, längere Nachrichten zuzulassen.

Die einst auf SMS-Basis eingeführte Grenze animiere zwar zu Kürze und Kreativität, schrieb er. Aber Nutzer wollten auch längere Texte veröffentlichen und luden jetzt als Ausweichlösung Screenshots hoch.

Wenn man ihnen erlauben würde, die Passagen direkt als Text zu posten, könnte man sie zum Beispiel durchsuchbar machen, gab Dorsey zu bedenken. Twitter werde Dinge ausprobieren, die Nutzer haben wollten. Wenn eine getestete Funktion tatsächlich eingeführt werden sollte, werde Twitter Software-Entwickler rechtzeitig unterrichten. Er veröffentlichte seine lange Erklärung demonstrativ als Screenshot in einem Tweet.

Das "Wall Street Journal" schrieb unter Berufung auf Quellen bei Twitter, die Obergrenze solle auf 10 000 Zeichen hochgesetzt werden. Seit Sommer gilt dieses Limit bereits für direkte Twitter-Nachrichten von Nutzer zu Nutzer. Dabei würden in einem Nachrichtenstrom wie bisher nur 140 Zeichen angezeigt. Um den Rest zu sehen, müssten Nutzer den Tweet anklicken. Ähnlich funktionieren bereits Dienste wie TwitLonger, die Nutzern helfen, längere Texte zu veröffentlichen.

Dorsey will Twitter für Einsteiger attraktiver machen, um das schwächelnde Wachstum der Nutzerzahlen anzukurbeln. Zuletzt war die Zahl der User, die sich mindestens einmal im Monat bei Twitter einloggen, binnen drei Monaten nur um vier Millionen auf rund 320 Millionen gestiegen.

Das 140-Zeichen-Limit gibt es seit dem Start von Twitter im März 2006. Es prägte auch den Charakter des Dienstes, in dem es eben eher einen Internet-Link oder ein Bild statt vieler Worte gibt. Außerdem entstand dadurch das Phänomen des Tweetsturms - wenn Nutzer dicht aufeinander Tweets zu einem Thema veröffentlichen, weil sie mehr zu sagen haben.

Schon als vor einigen Wochen Gerüchte über eine mögliche Abschaffung der Obergrenze auftauchten, bildeten sich zwei große Lager von Befürwortern und Skeptikern. Einige aus der zweiten Gruppe verwiesen auch jetzt noch darauf, dass 10 000 Worte drei bedruckte Seiten lang sein können.

dpa

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