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Wirtschaft Verdi erhöht Druck auf Amazon - Streik in Koblenz
Nachrichten Wirtschaft Verdi erhöht Druck auf Amazon - Streik in Koblenz
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12:12 23.11.2015
Verdi fordert von Amazon, die Tarifverträge für den Einzel- und Versandhandel anzuerkennen. Quelle: Bernd Thissen/Symbolbild
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Koblenz/München

Mit einem Streik zu Beginn des Weihnachtsgeschäfts verstärkt die Gewerkschaft Verdi den Druck auf den Online-Händler Amazon. Beide Seiten machten unterschiedliche Angaben zur Beteiligung an der Arbeitsniederlegung im Logistikzentrum Koblenz.

Verdi verlangt den Abschluss eines Tarifvertrags für die rund 10 000 Mitarbeiter in Deutschland, der sich an den Vereinbarungen für den Einzel- und Versandhandel orientiert.

Rund 150 Beschäftigte hätten mit Beginn der Nachtschicht um 0.00 Uhr die Arbeit niedergelegt, sagte der Verdi-Gewerkschafter Marko Bärschneider in Koblenz. Amazon sprach hingegen von weniger als 50 Streikenden mit Beginn der Frühschicht und betonte, die Arbeitsniederlegung habe keinerlei Einfluss auf die Einhaltung der zugesagten Liefertermine.

Der Ausstand in Koblenz, wo insgesamt etwa 1800 Menschen beschäftigt sind, soll bis Donnerstag fortgesetzt werden. Zuletzt hatten die Beschäftigten in Koblenz im September gestreikt. In diesem Monat wurde auch am Standort Leipzig zeitweise die Arbeit niedergelegt.

Amazon betreibt in Deutschland neun Logistikzentren, in Koblenz werden Bücher und andere Produkte auf einer Fläche von 17 Fußballfeldern gelagert und zu den Online-Kunden ausgeliefert. "Die Amazon-Geschäftspolitik zerstört langfristig auch den lokalen Einzelhandel vor Ort", sagte Bärschneider. "Der Wettbewerb wird nur über die Löhne ausgetragen, das darf nicht sein."

Die Amazon-Sprecherin sagte, die Löhne bewegten sich am oberen Ende des Rahmens für vergleichbare Tätigkeiten. Das Unternehmen erhalte immer wieder positive Rückmeldungen der Arbeitsagentur, etwa zur Beschäftigung von Schwerbehinderten. Amazon sei nicht zum Abschluss eines Tarifvertrags bereit, zeige aber, dass man auch ohne eine solche Vereinbarung ein fairer Arbeitgeber sein könne.

dpa

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