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Von Henkel zu Adidas: Rorsted wechselt den Chefsessel im Dax

Sportartikel Von Henkel zu Adidas: Rorsted wechselt den Chefsessel im Dax

Prominenter Wechsel im Dax: Acht Jahre lang hat Kasper Rorsted den Düsseldorfer Konsumgüterhersteller Henkel auf Erfolg getrimmt und den Börsenwert verdreifacht. Jetzt soll er dem Sportartikelhersteller Adidas zusätzlichen Schwung geben.

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Der 53-jährige Däne Kasper Rorsted wurde zum neuen Chef des Sportartikelherstellers Adidas ernannt.

Quelle: Maja Hitij

Düsseldorf. Überraschender Wechsel: Der bisherige Henkel-Chef Kasper Rorsted übernimmt die Leitung von Europas größtem Sportartikel-Hersteller Adidas.

Bereits Ende April wird der 53-jährige Däne sein Büro bei Henkel räumen und dann im Oktober nach kurzer Einarbeitung beim Sportgiganten im bayerischen Herzogenaurach den Chefsessel von Herbert Hainer (61) übernehmen. Das teilten die Dax-Konzerne am Montag mit.

Der leidenschaftliche Läufer, Skifahrer und Fußball-Fan Rorsted sei der perfekte Nachfolger für Hainer, betonte der Adidas-Aufsichtsratsvorsitzende Igor Landau. Rorsted verfüge über umfangreiche internationale Management-Erfahrung und sei bei Henkel "äußerst erfolgreich" gewesen.

Nach der Bekanntgabe legte die Adidas-Aktie fast um zwölf Prozent zu und stand an der Dax-Spitze. Henkel-Papiere sackten indes am Dax-Ende um rund viereinhalb Prozent ab. "Rorsted hatte ein sehr gutes Standing und ist ein guter Mann", sagte ein Börsianer.

Der Däne hatte die Leitung des Henkel-Konzerns 2008 in einem schwierigen Marktumfeld übernommen und seitdem Umsatz sowie Profitabilität des Familienunternehmens deutlich gesteigert. Der Börsenwert des Konzerns sei seit seinem Amtsantritt "um mehr als das Dreifache" gestiegen, lobte Henkel-Chefaufseherin Simone Bagel-Trah die Verdienste des scheidenden Managers.

Rorsteds Vertrag bei Henkel lief eigentlich noch bis Ende 2017. Doch war dem Dänen schon seit längerer Zeit nachgesagt worden, er suche neue Aufgaben. Der Wechsel erfolgt zu einem Zeitpunkt, zu dem Henkel einerseits mit Rekordzahlen glänzt, andererseits aber durchaus Baustellen im Unternehmen vorhanden sind.

So belastet etwa die Russland-Krise den Konsumgüterhersteller. Im US-Geschäft musste Rorsted nach Problemen hart durchgreifen. Außerdem schwächelte zuletzt das Wachstum in der wichtigen Klebstoffsparte. Im Oktober kündigte der Konzern den Abbau von 1200 Stellen in diesem Bereich an. Auch im Übernahmekampf um die Friseurmarke Wella, die vom US-Konsumgüterriesen Procter & Gamble zum Verkauf gestellt worden war, kam Henkel nicht zum Zuge.

Für Adidas beendet die Berufung von Rorsted indes unerwartet schnell die Nachfolgediskussion. Firmenchef Hainer, der seit 2001 am Ruder ist, hatte erst kürzlich seinen Vertrag um eineinhalb Jahre bis zum Frühjahr 2017 verlängert, "damit der Aufsichtsrat genügend Zeit hat, um den besten Kandidaten fürs Unternehmen zu finden". Nun soll es allerdings schneller gehen.

In einer außerordentlichen Sitzung berief der Aufsichtsrat Rorsted mit Wirkung zum 1. August in den Vorstand. Vom 1. Oktober an soll Rorsted dann den Vorsitz des Gremiums übernehmen. Hainer, unter dessen Führung sich der Umsatz der Adidas-Gruppe verdreifachte und der Gewinn sogar vervierfachte, scheidet dann aus der Führung aus.

Bei Henkel tritt der bisherige Chef der Kosmetiksparte, Hans Van Bylen, die Nachfolge von Rorsted an. Der überraschende Wechsel ermöglicht es dem designierten neuen Vorstandsvorsitzenden, bereits der anstehenden Entwicklung der Strategie für die Jahre 2017 bis 2020 seinen Stempel aufzudrücken. Der Konzern will diese Pläne Ende des Jahres vorstellen.

Der neue Henkel-Chef ist Belgier, verheiratet und hat drei Kinder. Er ist ein Jahr älter als Rorsted und arbeitet bereits seit 1984 für das Unternehmen. Seit 2005 steht der Manager an der Spitze der Kosmetiksparte.

dpa

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