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12:40 27.01.2016
Die tägliche Fahrt mit Bussen und Bahnen wird voraussichtlich auch zum nächsten Jahreswechsel teurer. Quelle: Paul Zinken.
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Berlin

Die tägliche Fahrt mit Bussen und Bahnen wird trotz stark gesunkener Dieselpreise voraussichtlich auch zum nächsten Jahreswechsel teurer.

"Meine Prognose ist, dass wir Fahrpreiserhöhungen irgendwo zwischen 1,5 und 3 Prozent haben werden", sagte der Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Jürgen Fenske, am Mittwoch in Berlin. Die Entscheidung liege aber bei den Verkehrsverbünden.

Der Dieselpreis mache in den Betrieben nur vier bis sieben Prozent der Gesamtkosten aus, erklärte der Verband. Sie bräuchten zusätzliches Geld für neue Strecken und die Sanierung in die Jahre gekommener U- und S-Bahnsysteme. Zum Jahreswechsel waren die Fahrscheine laut Verband im Schnitt 2,4 Prozent teurer geworden.

Trotz niedriger Spritpreise, Lokführerstreiks und milder Wintermonate sind im vergangenen Jahr zum 18. Mal in Folge mehr Menschen mit Bussen und Bahnen gefahren. Die Fahrgäste legten 10,004 Milliarden Fahrten bei den 600 Verbandsmitgliedern zurück, 0,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Einnahmen aus dem Fahrkartenverkauf stiegen um 3,5 Prozent auf 11,7 Milliarden Euro.

Hintergrund ist, dass immer mehr Menschen in die Städte ziehen, was sich darin abzeichnet, dass die Fahrgastzahl besonders bei U-, S- und Straßenbahn stieg. Beim Bus stagnierte sie, in den Regionalzügen ging sie leicht zurück, wozu die Lokführerstreiks beitrugen.

Fenske forderte eine Anschubfinanzierung für mehr Elektrobusse auf Deutschlands Straßen. Notwendig seien 120 Millionen Euro öffentliche Förderung bis 2020, um die höheren Anschaffungs- und Betriebskosten zu finanzieren und so E-Busse zur Serienreife zu bringen. Seit 2013 sind in deutschen Städten 21 E-Bus-Projekte gestartet, darunter in Köln, wo Verbandschef Fenske Vorstand der Verkehrsbetriebe ist.

VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolf kritisierte, dass Güterbahnen durch Stromsteuern, die Ökostrom-Umlage und Lärmauflagen hohe Lasten schultern, während die Maut für Lastwagen sank. "Das sind keine fairen Wettbewerbsbedingungen." 150 Betreiber suchten nun gemeinsam nach Wegen zu mehr Produktivität. Eins ihrer Themen seien Güterzüge mit doppelter Länge, das heißt bis zu 1500 Meter. Wichtige Strecken müssten dafür umgerüstet werden, etwa durch Versetzen von Weichen.

dpa

Die schwedische VW-Lastwagentochter Scania hat trotz gesunkener Verkaufszahlen im vergangenen Jahr mehr verdient. Der Gewinn kletterte unterm Strich um zwölf Prozent auf 6,8 Milliarden schwedische Kronen (rund 740 Mio Euro), wie das Unternehmen mitteilte.

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