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Nachrichten Wirtschaft Welche Folgen hat der Innogy-Deal für Brandenburg?
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08:56 16.03.2018
Eon-Chef Johannes Teyssen Quelle: imago/Deutzmann
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Potsdam

Die Energieversorger Eon und RWE wollen bei der Zerschlagung der RWE-Tochter Innogy bis zu 5000 Stellen abbauen, dabei aber ohne Kündigungen auskommen. Das teilte Eon-Chef Johannes Teyssen am Dienstag mit, als er die Kooperationspläne gemeinsam mit RWE-Chef Rolf Martin Schmitz vorstellte. „Eon hat noch nie betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen. So wird es auch weiter sein“, sagte Teyssen. Der Stellenabbau ist bei der neuen Eon vorgesehen, bei RWE soll es in den kommenden Jahren insgesamt keinen Personalabbau geben.

Eon wird künftig keinen Strom mehr produzieren und sich auf die Energienetze und den Stromverkauf an dann rund 50 Millionen Kunden in Europa konzentrieren. Dazu wird Eon die Netz- und Vertriebssparte der RWE-Tochter Innogy übernehmen. Unter dem Dach von RWE sollen die gesamten erneuerbaren Energien zusammengeführt werden.

Gespanntes Warten in Fürstenwalde

Welche Folgen der spektakuläre Deal der beiden Energieriesen für Brandenburg hat, ist noch unklar. Allerdings dürften die Auswirkungen eher überschaubar bleiben. Denn hier kommen sich die Netzgebiete von Eon und Innogy nicht nennenswert in die Quere. Es würden bei der Zusammenarbeit also keine größeren, teuren Doppelstrukturen geben.

In Fürstenwalde (Oder-Spree) allerdings wird man die Zusammenarbeit mit Spannung beobachten. Denn dort sitzt die Edis AG mit ihren rund 2500 Mitarbeitern. Sie betreibt in weiten Teilen Brandenburgs und Mecklenburg-Vorpommerns das Stromnetz; es erstreckt sich auf 36 000 Quadratkilometern von der Ostseeküste bis zum Spreewald.

Eon hält zwei Drittel der Edis-Anteile, ein Drittel ist im Eigentum von Kommunen. Weder Eon noch Edis wollten sich zu den möglichen Auswirkungen des RWE-Deals auf die Region äußern. Die Umsetzung der angekündigten Transaktionen werde einige Zeit in Anspruch nehmen, teilte Edis mit. „Der Abschluss wird etwa Mitte 2019 erwartet. Wir bitten daher um Verständnis, dass wir zu einzelnen Projekten oder Partnerschaften keine Stellung nehmen können“, hieß es.

Gewerkschaften reagieren überraschend positiv

„Eine Transaktion, bei der es eigentlich nur Gewinner gibt“, lobte RWE-Chef Schmitz den Deal. Das gelte auch für die Mitarbeiter. Die Gewerkschaften Verdi und IG BCE, die bei solchen Deals oft kritisch sind, haben jedenfalls ungewöhnlich positiv reagiert. So wollte Verdi im Aufsichtsrat für das Geschäft stimmen. Die Arbeitnehmervertreter wüssten eben, dass für eine nachhaltige Entwicklung bei der Beschäftigung „auch mal Stellen wegfallen“, meinte Teyssen. Viele Angestellte dürften das anders sehen.

Und die Stromkunden? Mehr Marktmacht von Eon müssten sie nicht fürchten, versicherte Teyssen. Denn es sei „noch nie leichter gewesen, den Anbieter zu wechseln als heute“. Das schätzen auch Marktbeobachter so ein. Kundennähe sei sowieso selbstverständlich, sagt Teyssen, Eon solle sich anfühlen „wie ein großes Stadtwerk“.

In trockenen Tüchern ist der Deal aber noch nicht. Die Wettbewerbshüter in Deutschland und Europa müssen noch zustimmen. Teyssen ist überzeugt, die notwendigen Genehmigungen zu bekommen. Außerdem will Eon den freien Innogy-Aktionären ein freiwilliges Übernahmeangebot machen. Wenn alle annehmen, muss Eon dafür rund 5 Milliarden Euro in die Hand nehmen. Geht alles glatt geht, könnte die gesamte Transaktion Ende kommenden Jahres abgeschlossen sein.

Von Torsten Gellner und Claus Haffert

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