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19:24 27.05.2015
In den Kitas wird in dieser Woche weiter gestreikt. Quelle: dpa
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Potsdam

Für Bahnkunden ist die Welt ein wenig sicherer geworden: Nach rund einem Jahr und 13 Verhandlungsrunden einigte sich die Eisenbahngewerkschaft EVG mit der Deutschen Bahn am Mittwoch auf einen Tarifabschluss. Streiks zumindest von dieser Seite sind damit abgewendet. In zwei Stufen sollen die Einkommen für rund 100.000 Beschäftigte steigen, zunächst um 3,5 Prozent zum 1. Juli, mindestens aber um 80 Euro. Am 1. Mai 2016 steigen die Löhne dann noch einmal um 1,6 Prozent, mindestens um 40 Euro. Außerdem erhalten die Eisenbahner für den elf-monatigen Zeitraum der Tarifverhandlungen eine Einmalzahlung von 1100 Euro, wovon 750 Euro bereits ausbezahlt wurden.

Bis zum 17. Juni sind auch Streiks der Lokführergewerkschaft GDL ausgeschlossen, die am Mittwoch in die Schlichtungsgespräche mit der Bahn eingestiegen ist. Brandenburgs Ministerpräsident a. D. Matthias Platzeck, und Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow sollen die Gespräche moderieren. Nach Außen dringen soll nichts. Es wurde Stillschweigen vereinbart. Leicht werden die Verhandlungen nicht. Die Gespräche werden sich aber wohl an dem orientieren, was die Bahn mit der EVG vereinbart hat.

Polen bringen Pakete

Postkunden in Berlin und in der Speckgürtel-Region müssen sich am Donnerstag erneut auf unvollständige oder ausbleibende Postsendungen einrichten. Die Gewerkschaft Verdi hat erneut zu Warnstreiks aufgerufen, und die Post greift zu ungewöhnlichen Mitteln: Pakete werden nun auch von DHL-Mitarbeitern aus Polen zugestellt. „Diese sind erfahrene Zusteller, die freiwillig zur Unterstützung im Berliner Raum im Einsatz sind“, sagte eine Postsprecherin. Sie würden ebenso bezahlt wie die Kollegen in Deutschland. Die jüngste Verhandlungsrunde mit der Post war ergebnislos verlaufen. Verdi verlangt eine Arbeitszeitverkürzung von 38,5 auf 36 Wochenstunden bei vollem Lohnausgleich. Kommende Woche wird weiterverhandelt.

Prosegur setzt Streik aus

Die Geldautomaten in Brandenburg und Berlin werden wieder regelmäßig befüllt: Die Beschäftigten des Potsdamer Werttransport-Unternehmens Prosegur setzten am Mittwoch den seit fünf Wochen andauernden Streik vorerst aus. Hintergrund ist ein mögliches Schlichtungsverfahren. „Sollte sich die Geschäftsführung nicht auf dieses Schlichtungsverfahren einlassen, werden erneut Arbeitskampfmaßnahmen ergriffen“, sagte Verdi-Verhandlungsführer André Pollmann. „Wir prüfen das Angebot“, teilte eine Unternehmenssprecherin mit. 14 Jahre ist der Haustarifvertrag inzwischen alt, Verdi fordert einen Lohnzuschlag von einem Euro pro Stunde; angeboten hatte Prosegur 65 Cent. Durch den Arbeitskampf hatten viele Banken in der Region mit Bargeldnachschub zu kämpfen. Vielerorts konnten Geldautomaten nicht befüllt werden.

Noch mehr Kitas im Ausstand

Brandenburger Eltern müssen auf der Suche nach einer Kinderbetreuung weiter kreativ sein. Verdi hat die Streiks in den kommunalen Kindertagesstätten am Mittwoch ausgeweitet. Zum Auftakt der dritten Streikwoche am Dienstag waren in der Prignitz, Ostprignitz-Ruppin, Oberhavel, Havelland, Potsdam-Mittelmark, Teltow-Fläming, Dahme-Spreewald, Uckermark, Barnim und Oberspreewald-Lausitz etwa 1000 Erzieherinnen in den Ausstand gegangen. Mittwoch kamen weitere 35 Kitas in Dahme-Spreewald dazu. In Potsdam überreichten Streikende eine Liste von Forderungen an Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD). Er ist Vorsitzender des kommunalen Arbeitgeberverbands und nimmt am Donnerstag an einem Arbeitgebertreffen in Frankfurt am Main teil. Parallel dazu ruft Verdi zu einer Großkundgebung von Erziehern und Sozialarbeitern auf. In Brandenburg sollen dann auch Kitas in Oder-Spree und Märkisch-Oderland bestreikt werden.

Von Torsten Gellner

Die Hoffnung auf eine Einigung im griechischen Schuldendrama hat dem deutschen Aktienmarkt frischen Schwung verliehen. Der Dax zog am Nachmittag nach einem zuvor eher trägen Handel an und kletterte letztendlich um 1,26 Prozent auf 11 771,13 Punkte nach oben.

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