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00:31 08.08.2015
Angesichts anhaltend günstiger Preise fällt vielen Autofahrern der Griff zum Zapfhahn leichter. Quelle: dpa
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Potsdam

Wer zu spät kommt, den bestraft die Kraftstoffindustrie. In den Abendstunden schießen die Preise an den Zapfsäulen mit aller Regelmäßigkeit nach oben – danach kann man getrost die Uhr stellen. Der ADAC hat jetzt berechnet, dass es Autofahrer im Durchschnitt bis zu 15 Cent teurer kommt, wenn sie abends statt nachmittags tanken. Grundlage sind die amtlichen Daten von März bis Mai 2015 der Markttransparenzstelle, an die 14 000 Tankstellen in Deutschland ihre aktuellen Preise berichten.

Feingliedrige Preispolitik

Galt einst die Regel, dass Sprit montags am günstigsten ist und zum Wochenende teurer wird, setzen die Anbieter längst auf eine immer feingliedrigere Preispolitik. Im Tagesverlauf wechseln die Ziffern auf den Anzeigetafeln, nachts ist es am teuersten. Ab etwa 5 Uhr morgens fallen die Preise langsam, um gegen 20 Uhr umso schneller wieder anzuziehen. Neuerdings zeigt die Fieberkurve auch zur Mittagszeit einen zwischenzeitlichen Ausschlag nach oben – weil viele Autofahrer augenfällig ihre Arbeitspause zum Nachtanken nutzen.

Auch Marke und Ort entscheidend

Die Kurvendiskussion hat es Jürgen Albrecht angetan. Für den Kraftstoffmarktexperten bietet die Preisbildung an den Tankstellen Anschauungsunterricht in Sachen Marktwirtschaft. „Neben der Tageszeit sind auch Marke und Ort entscheidend“, sagt der Referent für Verkehrswirtschaft beim ADAC. Am günstigsten fährt, wer spätnachmittags in Regionen mit viel Konkurrenz bei einer Billigmarke auftankt.

Teurer Sprit in Brandenburg

So weit die Theorie. In der Praxis bleibt gerade Autofahren in Brandenburg oftmals nur die Wahl zwischen der einzigen teuren Markentankstelle im Ort oder einem Autoverzicht. „Städtische Märkte sind so gut wie immer günstiger als in Flächenstaaten“, sagt Albrecht. Das zeigen Zahlen des ADAC: Einmal pro Monat hält der Autoklub die Spritpreise der ganzen Republik fest, um sie nach Bundesländern aufzubereiten. Während Berlin diese Statistik in den vergangenen sechs Monaten meist anführte, landete Brandenburg im Schnitt mit um jeweils zwei Cent höheren E10- und Dieselpreisen im Mittelfeld.

Preispolitik sehr unterschiedlich

Vielerorts fehlen freie Tankstellen, die angestammte Marken mit Kampfpreisen unter Druck setzen. Mangelnde Konkurrenz ist auch einer der Gründe dafür, warum nächtliches Tanken eine besonders kostspielige Angelegenheit ist, schließlich haben viele Billigwettbewerber dann geschlossen. „Je nach Anbieter ist die Preispolitik sehr unterschiedlich“, sagt Albrecht. Für fünf Marken hat der ADAC aus den Daten der Marktransparenzstelle von März bis Mai Kurven des täglichen Preisverlaufs errechnet. Die größten Schwankungen gibt es an den Zapfsäulen von Shell. Gut 15 Cent beträgt die Differenz zwischen Höchst- und Tiefstpreis für E10 und Diesel, bei Jet sind es dagegen nur knapp neun Cent. Während Shell und Aral schon gegen 20 Uhr die Preise anheben, ziehen Total und Jet erst zwei, drei Stunden später nach. Das führt zum Beispiel dazu, dass der Diesel bei Shell um 22.30 Uhr durchschnittlich 16 Cent teurer ist als bei Jet.

ADAC rät zum Preisvergleich

Wie viele Autofahrer tatsächlich die Spritpreise über eine der zahlreichen Internet-Portale vergleichen und daraufhin gezielt günstige Tankstellen ansteuern, darüber gibt es keine Erhebungen. „Heute tanken viele Menschen preissensibler als früher“, ist sich Kraftstoffmarktexperte Albrecht dennoch sicher. Der ADAC rät: Wer beim Tanken auf Uhrzeit und Marke achtet, spart nicht nur Geld, sondern zwingt die Anbieter auch in einen Wettbewerb, der zu günstigeren Preisen führt.

Spritpreise sanken zu Ferienbeginn

Die Zeichen dafür stehen weiterhin gut. Anders als gewohnt haben die Spritpreise zu Ferienbeginn nicht etwa angezogen, sondern sanken leicht. Hintergrund ist der anhaltend niedrige Ölpreis, der sich seit Sommer 2014 mehr als halbiert hat. Von dem kostbaren Rohstoff ist so viel auf dem Markt, wie selbst Branchenoptimisten zuvor kaum zu träumen wagten.

Einerseits erschließen die USA per Fracking-Technologie immer neue Vorkommen. Andererseits halten die arabischen Staaten im Gegensatz zu früher ihre Fördermengen nicht künstlich knapp. Dazu kommt die konjunkturelle Krise in China, die zu sinkender Nachfrage führt. Die Einigung kürzlich im Atomstreit mit dem Iran könnte die Preise zusätzlich unter Druck setzen. Weil die Wirtschaftssanktionen schrittweise abgebaut werden sollen, kann das Land bald mehr Rohöl ins Ausland liefern.

„Die Rohölpreise sind im Juli auf ein neues Tief zugesteuert. Da ihre Änderungen an den Zapfsäulen jedoch verzögert ankommen, dürften die Preise hier im August wieder fallen“, sagt Steffen Bock, Geschäftsführer des Verbraucherinformationsdienstes clever-tanken.de. Die Verbraucher sollten die Entwicklung weiter beobachten. Schließlich ist es nicht auszuschließen, dass Kraftstoffindustrie der Spritpreiskurve neue Formen verpasst.

Verbraucher profitieren nur bedingt vom niedrigen Ölpreis

Das meiste Geld mit einem Liter Sprit verdienen weder Kraftstoffhersteller noch Tankstellenpächter, sondern der Staat.

65 Cent pro Liter Benzin und 47 Cent pro Liter Diesel fließen in Form von Mineralöl- und Ökosteuer fest in die Staatskasse, dazu kommen 19 Prozent Mehrwertsteuer. Bei einem Literpreis von 1,34 Euro für Super E10 sind das rund ein Euro.

Dieselfahrer kommen an der Zapfsäule derzeit besonders günstig davon. Der Preisunterschied zu Super E10 beträgt durchschnittlich 27 Cent, wie clever-tanken.de mitteilt. Das ist mehr als der steuerliche Unterschied zwischen beiden Kraftstoffen von 22 Cent.

50 US-Dollar pro Barrel (159 Liter) – diese Grenze unterschritt der Preis für Erdöl der Nordsee-Sorte Brent zu Wochenbeginn. Die langjährige Hochpreis-Phase mit Notierungen jenseits der 100 Dollar ist laut Experten für längere Zeit vorbei. Autofahrer profitieren davon wegen des hohen steuerlichen Sockelbetrags allerdings nur wenig.

Von Bastian Pauly

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