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Wirtschaftswachstum statt globaler Finanzkrise und Staatsbankrott: Abenomics zahlen sich langsam aus

ANZEIGE Wirtschaftswachstum statt globaler Finanzkrise und Staatsbankrott: Abenomics zahlen sich langsam aus

Es ist beinahe 30 Jahre her, dass die japanische Wirtschaft zusammenbrach: Anfang der 1990er Jahre platzte die Blase des Immobilienmarkts, ließ Aktienkurse abstürzen, die Immobilienpreise um 3/4 sinken und machte den Banken klar, dass sie auf bad loans sitzenbleiben.

Quelle: pixabay.com

Bis 2005 konnte sich die japanische Wirtschaft dank drehregulierender Maßnahmen, Geldschwemme und zahlreichen Privatisierungen zwar wieder teilweise erholen, die Banken konnten die faulen Kredite abschreiben. Aber die weltweite Finanzkrise 2007/2008 machte alles Erreichte letzten Endes wieder zunichte.

Nur ein Scharlatan würde Besserung versprechen

Als Shinzo Abe 2012 die Möglichkeiten des Wirtschaftswachstums für Japan aufzeigte und die seiner Meinung nach benötigten Maßnahmen dafür aufzeigte, hielten nicht wenige ihn für den Teufel persönlich. Abenomics wurde das etwas ungewöhnliche Programm getauft, dass er der japanischen Wirtschaftspolitik wie ein Rezept zur Genesung verschrieb. Die Risiken: Der Staat könnte sich übernehmen, bis hin zum Staatsbankrott verschulden. Das Vertrauen in die Kapitalmärkte würde massiv und anhaltend zerstört. Eine globale Finanzkrise könne drohen. Alexander Friedmann, UBS-Banker, ging sogar soweit, von Abegeddon zu sprechen. Trotzdem ließ man sich in Japan auf den neuen Premierminister ein, der nicht nur Rückhalt in den Parteien fand, sondern 2013 vom Kaiser persönlich vereidigt wurde.
Abenomics kurz erklärt

Shinzo Abe fasste die für eine Erholung der japanischen Wirtschaft nötigen Maßnahmen nach dem in Asien üblichen Modell in "drei Säulen" zusammen, die als Verband das Wirtschaftswachstum zuverlässig tragen sollen. Wie die Deutsche Bank auf Ihrem Fachportal Markt & Meinung berichtet, bezieht sich Abe jedoch hier auf  eine in Japan sehr bekannte Legende: Ein Samurai erklärte einst seinen drei Söhnen, dass ein einzelner Pfeil sehr wohl zerbrechlich sei, drei zusammen als Bündel aber recht stabil. Das Bild ist eindeutig: Es geht weniger um eine sanfte Stimulierung der Wirtschaftslage als vielmehr darum, schnell und massiv einzugreifen, um die anhaltende Stagnation wirksam zu besiegen.

Die erste Säule stellte und stellt eine Geldschwemme dar: Die japanische Zentralbank steigerte das Volumen bis 2014 um 600 % und fährt es auch nicht wieder zurück. Gleichzeitig wurde der Leitzins auf -0,1 % gesenkt. Damit soll eine Inflationsrate von über 2 % erzeugt werden, was aber bislang nur kurzfristig gelang.

Als zweite Säule sollen kreditfinanzierte Konjunkturprogramme dienen. So konnte Shinzo Abe schon bis 2014 umgerechnet 210 Milliarden US-Dollar in einen Ausbau der japanischen Infrastruktur investieren. Das Geld floss in erster Linie in den Bau von Tunnel, erdbebensicheren Straßen und Brücken. Weitere Pakete wurden im April und im Dezember 2014 zur Amtsbestätigung Shinzo Abes auf den Weg gebracht. Durch diese Investitionen gelangte das Haushaltsdefizit Japans gemessen am BIP in den zweistelligen Bereich, was aber als zulässig erklärt wurde: Immerhin sei die Schuldengrenze flexibel.

Eine dritte Säule stellen die bereits erwähnten Privatisierungen und Deregulierungen dar. Die Verflechtungen innerhalb der Wirtschaft sollen langsam gelöst werden, was finanzielle Mittel freisetzen sollte. Zugleich werden Gesellschaft, Arbeitsmarkt und Rechtssystem nach wirtschaftsfreundlichen Gesichtspunkten umstrukturiert. Besonders augenfällig: Das Rentenalter soll schrittweise hochgesetzt werden, Frauen sollen zur Berufstätigkeit bewegt werden und aktiv in großem Umfang am Arbeitsleben teilnehmen. Renten und direkte Steuern wurden und werden gesenkt, gleichzeitig werden die indirekten Steuern erhöht. Angestrebt ist außerdem eine schrittweise Öffnung des Landes für Migranten, wovon man sich einen Zuwachs an ausländischen, qualifizierten Arbeitskräften verspricht. 

Erste Erfolge zeichnen sich ab: Es geht wirklich aufwärts

2017 wird zum dritten Mal in Folge ein Wirtschaftswachstum von mehr als einem Prozent in Japan erwartet. Allerdings ist man sich über die genauen Zahlen noch nicht ganz einig: Während die japanische Regierung für 2016 ein Wachstum von 1,3 % schätzt und für 2017 1,5 % erwartet, geht die Deutsche Bank in Japan von einem Wachstum von 1,1 % für 2017 und immerhin 1,2 % für 2018 aus. Der Trend ist klar, egal welcher Rechnung oder Schätzung man folgt: Die Wirtschaft wächst nicht nur, sondern das Wachstum wird sich beschleunigen. Für eher risikobereite Anleger ist indes der japanische Aktienmarkt interessant. Für 2017 können Unternehmen im japanischen Leitindex Topix voraussichtlich einen Gewinn von 14 % erwarten, so die Analysten.

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Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

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