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Wucher beim Strompreis trifft Brandenburg

Netzgebühren steigen Wucher beim Strompreis trifft Brandenburg

Brandenburgs Verbraucher müssen weiter mit steigenden Strompreisen rechnen: Ein Grund sind die wachsenden Netzentgelte für die Erneuerbaren Energien. Stromkunden in Baden-Württemberg zahlen 100 Euro weniger im Jahr für diese Gebühren. Eine neue Studie zeigt: Wenn sich an der unfairen Verteilung nichts ändert, wird es noch viel teurer für die Kunden in Ostdeutschland.

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Netzentgelte treiben die Stromkosten in die Höhe.

Quelle: dpa

Potsdam. Brandenburgs Verbraucher müssen im kommenden Jahr erneut mit steigenden Strompreisen rechnen: „Nach der kurzen Verschnaufpause 2015 mit einem Rückgang um zwei Prozent läuten einige Versorger jetzt schon wieder die Kehrtwende ein“, sagt Jan Lengerke vom Vergleichsportal Verivox. Ein Durchschnittshaushalt mit einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden im Jahr muss mit 40 Euro Zusatzkosten rechnen.

Ein Grund für die Erhöhungen sind die Netzentgelte, mit denen unter anderem der Ausbau der Leitungen für die Energiewende finanziert werden. Sie steigen im kommenden Jahr um weitere zwei Prozent. Dabei zahlen die Märker schon bundesweit die höchsten Leitungsgebühren. Mit 352 Euro wird ein märkischer Durchschnittshaushalt 2016 belastet. Zum Vergleich: Ein Vergleichshaushalt in Baden-Württemberg zahlt 100 Euro weniger.

Industrie befürchtet Wettbewerbsnachteile

„Wir brauchen endlich eine faire Verteilung der Netzentgelte und einheitliche Wettbewerbsbedingungen in ganz Deutschland. Schließlich ist die Energiewende eine nationale Aufgabe“, sagte Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) am Montag beim Länderenergieforum des Unternehmerverbands Berlin-Brandenburg. Bei der Wirtschaft stößt Gerbers Forderung auf besonders viel Gehör. Denn die Netzkosten treiben die Industriestrompreise in die Höhe.

Wenn sich an dem Verteilungssystem nichts ändert, würden sich die Netzkosten für Industriekunden in Brandenburg bis 2024 auf knapp 5 Cent pro Megawattstunde fast verdoppeln. Bei einer fairen Verteilung der Gebühren würde ein mittelgroßer Brandenburger Industriebetrieb dagegen im Jahr gut 53130 Euro Stromkosten sparen.

Dort, wo viele Windräder stehen, wird es noch teurer

Eine Studie der Technischen Universität Dresden im Auftrag des hiesigen Netzbetreibers 50 Hertz kommt zu einem fatalen Ergebnis für ostdeutsche Stromkunden: Ausgerechnet in den neuen Ländern, in denen schon heute hohe Gebühren fällig werden, steigen sie bis ins Jahr 2024 am kräftigsten an. Die Wissenschaftler der TU Dresden schlagen deswegen ein einheitliches Netznutzungsentgelt in allen Ländern vor. Das fordert auch Wirtschaftsminister Gerber – bislang aber vergeblich.

„Die Höhe der Netzentgelte hängt auch mit der Energiewende zusammen, weil wegen des wachsenden Anteils an Erneuerbaren Energien Netze ausgebaut werden müssen – und weil wir als Übertragungsnetzbetreiber immer häufiger in die Netze eingreifen müssen, um sie stabil zu halten“, erklärte Volker Kamm, Sprecher von 50 Hertz. So müssten etwa konventionelle Kraftwerke herauf- oder heruntergefahren oder Windkraftanlagen sogar abgeregelt werden, wenn zu viel Energie erzeugt wird. Dafür erhalten die Windparkbetreiber dann Entschädigungszahlungen. „Das alles kostet Geld“, meint Kamm.

Ökostromanbieter: Netzbetreiber sind schuld

Beim Ökostromanbieter Lichtblick hält man dagegen: Die Energiewende sei nicht schuld an hohen Netzentgelten, meint Geschäftsführer Gero Lücking. „Ursache für die erneute Preisrunde sind vor allem Pensionsrückstellungen der Netzbetreiber“, sagte er. „Kosten, die über den Betriebsgewinn gedeckt sein sollten, wälzen die Unternehmen auf den Verbraucher ab.“ Das weist der Netzbetreiber 50 Hertz strikt zurück. „Die Netzentgelte werden von der Bundesnetzagentur überprüft. Ein Netzbetreiber agiert also in einem staatlich regulierten Umfeld“, so Sprecher Volker Kamm.

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Von Torsten Gellner

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