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Yuan wird vorerst keine Weltreservewährung

Währung Yuan wird vorerst keine Weltreservewährung

Peking macht Druck, aber es bringt nichts: Chinas Landeswährung wird frühestens im Oktober 2016 in den exklusiven Kreis der globalen Leitdevisen aufgenommen - später, als eigentlich vorgesehen.

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Chinas Landeswährung wird frühestens im Oktober 2016 in den exklusiven Kreis der globalen Leitdevisen aufgenommen. Foto: Ym Yik/Archiv

Washington/Peking. China hat bei seinen Bemühungen den Yuan zu einer internationalen Reservewährung zu machen einen Dämpfer erlitten.

Wie der Internationale Währungsfonds (IWF) am Mittwoch mitteilte, soll zwar bis Ende 2015 entschieden werden, ob der Yuan in den Währungskorb der globalen Finanzorganisation aufgenommen wird. Ein entsprechender Beschluss würde aber erst zum Herbst kommenden Jahres und damit später als bislang von Experten erwartet in Kraft treten.

Chinesische Staatsmedien spielten am Donnerstag die Mitteilung des IWF herunter. Am Zeitplan, wann der IWF seine Entscheidung treffen wolle, habe sich "nie etwas geändert", schrieb die Nachrichtenagentur Xinhua. Es handele sich lediglich um "technische Anpassungen".

Die Anerkennung des Yuan oder auch Renminbi durch den IWF als globale Leitwährung wird bisher vor allem durch die strikte Regulierung der Währung verhindert. Erst vergangene Woche hatte Peking jedoch nach Einschätzung von Experten mit einem überraschenden Politikwechsel seiner Zentralbank versucht, beim IWF Punkte für eine baldige Aufnahme in den Währungskorb zu sammeln. Die Geldwächter hatten den Yuan in mehren Schritten um rund drei Prozent zum US-Dollar abgewertet, um sich mehr an Marktkräften zu orientieren. Die Abwertung löste Schockwellen an den Finanzmärkten aus, weil sie nach dem Einbruch der Exportzahlen Chinas als Signal dafür gewertet wurden, dass die Wirtschaft der Volksrepublik zunehmend Schwäche zeigt.

Der Schritt wurde vom IWF und auch der Europäischen Kommission aber ausdrücklich gelobt. Chinesische Analysten sagten am Donnerstag, dass vorerst ein angemessenes Marktniveau erreicht sei und weitere starke Abwertungen vorerst nicht zu erwarten sind.

Frei gehandelt werden kann der Yuan aber noch immer nicht. Chinas Währung kann im täglichen Handel nicht mehr als zwei Prozent um einen Mittelwert pendeln.

Alle fünf Jahre stellt der IWF den Korb, der derzeit US-Dollar, Euro, Britische Pfund und japanische Yen umfasst, auf den Prüfstand und nimmt gegebenenfalls Anpassungen vor. Um den Finanzmärkten Zeit zu geben, sich auf eine mögliche Veränderung vorzubereiten, wurde der Zeitpunkt der Umstellung diesmal jedoch um neun Monate verschoben.

China, dessen wirtschaftliche Bedeutung in den vergangenen Jahrzehnten enorm gestiegen ist, bringt sich in Stellung, um den Dollar mit dem Yuan einmal als weltweit wichtigste Reservewährung abzulösen. Die Aufnahme in den IWF-Korb wäre ein wichtiger Schritt dahin. Experten erwarten, dass der Yuan in Zukunft deutlich an Relevanz gewinnt.

Der IWF schöpft aus dem Währungskorb eine Art eigene Kunstwährung, das sogenannte Sonderziehungsrecht (Special Drawing Right, SDR). Es wird seit 1969 als Zahlungsmittel für die Beiträge der Mitgliedsländer verwendet. Auch internationale Finanzhilfen wie beispielsweise die Notkredite für Griechenland werden damit verbucht.

dpa

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