Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Wissen Älteste Schildkröte der Welt entdeckt
Nachrichten Wissen Älteste Schildkröte der Welt entdeckt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:00 24.06.2015
Ein Paläontologen-Team um Rainer Schoch vom Staatlichen Museum für Naturkunde in Stuttgart hat bei Schwäbisch Hall das Fossil der ältesten Schildkröte der Welt gefunden. Quelle: Rainer Schoch/Nature
Anzeige
Stuttgart/Washington

t. Ihre anatomische Konstruktion ermögliche es, Schildkröten in die nähere Verwandtschaft der Echsen, Krokodile und Vögel zu stellen. Sie widerlegt die Hypothese, dass Schildkröten von sehr urtümlichen Sauriern abstammen.

Schoch und sein Kollege Hans-Dieter Sues vom National Museum of Natural History in Washington präsentieren ihre Erkenntnisse im Fachjournal "Nature". Die Ur-Schildkröte erhielt den Namen Pappochelys (Opaschildkröte). Die Wissenschaftler sehen in ihr einen sogenannten Missing Link, sie schließe eine weltweite Fundlücke. "Sowas ist wie ein Sechser im Lotto", sagte Schoch. Der 45-jährige zweifache Familienvater gräbt seit 13 Jahren in Vellberg bei Schwäbisch Hall nach fossilen Skelettresten.

Der Ursprung der Schildkröten sei wegen fehlender Fossilfunde in der Wissenschaft kontrovers diskutiert worden, sagte Schoch. Bisher galt demnach die 220 Millionen Jahre alte Ur-Schildkröte Odontochelys aus China als ältester Nachweis der panzertragenden Reptilien. Bei ihr sei der Bauchpanzer bereits vollständig verknöchert, während der Rückenpanzer nur aus verbreiterten Rippen bestehe. Bei der Vellberger Ur-Schildkröte sind die Bauchrippen noch nicht zu einem Panzer verschmolzen. Die Kiefer tragen Zähne und der Schädel weist zwei große Öffnungen in der Schläfe auf.

Schochs 20 Zentimeter lange, echsenartige Pappochelys löse zwei Rätsel in der Entwicklungsgeschichte auf einmal: Sie kläre, wie der Bauchpanzer entstand und wie der Schädel der Schildkröten ursprünglich ausgesehen hat. Der Paläontologe sprach von "großer wissenschaftlicher und evolutionsbiologischer Bedeutung". Die Opaschildkröte lebte in und um einen kleinen Süßwassersee. Vermutlich habe sie sich - ähnlich wie heutige Galápagosechsen - gern im Wasser aufgehalten. Ihre schwer gebauten Rippen und Bauchrippen deuten darauf hin, dass sie tiefer tauchen und vielleicht länger im Wasser bleiben konnte als gewöhnliche Echsen.

Nach Angaben der Paläontologischen Gesellschaft in Frankfurt/Main hängt es immer von der Organismengruppe ab, wie wichtig so ein neuer Fund wirklich ist. "Ein weiterer Fund kann schon alles wieder über den Haufen werfen", sagte der Evolutionsbiologe Michael Gudo am Mittwoch. Insofern sei das Konzept des Missing Link problematisch. Jeder neue Fund müsse in Abstammungslinien eingeordnet werden - dabei könne es durchaus vorkommen, dass bislang nur vermutete Abstammungen dann durch Fossilfunde gestützt werden.

Nach einer früheren genetischen Untersuchung haben sich Schildkröten vor gut 250 Millionen Jahren von der Linie der Krokodile und Vögel abgespalten. Etwa zu der Zeit gab es ein großes Massensterben auf der Erde, woraufhin viele neue Tierarten entstanden sind. Auch die Genaktivität während der Embryoentwicklung von Schildkröten ähnele zum Teil derjenigen von Küken, ergab die Studie von über 30 Forschern aus China, Japan, Großbritannien, Dänemark und Saudi Arabien ("Nature", 2013).

dpa

Modisch, aber riskant: Eine Frau in Australien hat durch langes Hocken in knallengen Jeans ihre Muskeln und Nerven geschädigt. Die 35-Jährige musste aus den Skinny Jeans geschnitten werden und vier Tage mit einer Infusion in einer Klinik bleiben.

23.06.2015

Ohne rechtzeitige Gegenmaßnahmen rechnen die USA bis zum Jahr 2100 allein in den Vereinigten Staaten mit jährlich rund 69.000 Toten durch die Folgen des Klimawandels.

23.06.2015

Weltweit ist die Zahl der vom Aussterben bedrohten Tiere und Pflanzen binnen Jahresfrist um mehrere Hundert auf fast 23 000 gestiegen. Neben der Zerstörung des Lebensraumes spiele auch das viel zu intensive Sammeln von Pflanzen für medizinische Zwecke eine unrühmliche Rolle, teilte die Weltnaturschutzunion IUCN bei der Vorlage der neuesten Roten Liste mit.

23.06.2015
Anzeige