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Angehörige von Demenzkranken wünschen sich mehr Unterstützung

DAK-Pflegereport Angehörige von Demenzkranken wünschen sich mehr Unterstützung

Pflegende Angehörige von Demenzerkrankten fühlen sich oft allein gelassen bei der aufzehrenden Betreuung. Sie fordern mehr Unterstützung - finanziell, aber auch durch professionelle Dienste. Zudem verlangen sie mehr Respekt für Menschen, deren Geisteskraft nachlässt, und deren Familien.

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Angehörige von Demenzkranken wünschen sich laut DAK-Studie mehr Unterstützung.

Quelle: dpa

Berlin. Neun von zehn Angehörigen eines demenzkranken Familienmitglieds fordern einer Studie zufolge mehr Unterstützung. Rund 60 Prozent der pflegenden Angehörigen sind oft am Ende ihrer Kräfte, wie aus einer Studie der Krankenkasse DAK hervorgeht.

Laut dem Pflegereport, der am Donnerstag vorgestellt wurde, gaben 86 Prozent der Befragten an, mehr finanzielle Hilfe zu brauchen. Zwei von drei erhofften sich mehr Unterstützung durch professionelle Dienste. 60 Prozent erwarteten für sich und ihre dementen Familienmitglieder mehr Selbsthilfe-, 42 Prozent mehr Informationsangebote.

Jeder dritte pflegende Angehörige will Unterstützung durch Freiwillige und günstigere Möglichkeiten, sich von privaten Pflegekräften unterstützen zu lassen.

Unsicherheit bei Art der Betreuung

Trotz aller Unterstützungswünsche halten fast 40 Prozent der Befragten mit dementen Angehörigen ein gutes Leben mit Demenz durchaus für möglich. Die pflegenden Angehörigen von Demenzkranken gaben in der Befragung aber auch an, dass die Gesellschaft ihre Arbeit nicht ausreichend würdige: 80 Prozent waren der Meinung, dass sowohl Demenzkranke als auch deren Familien mehr Respekt verdienen. Laut der Studie hat fast jeder vierte Deutsche schon Angehörige mit Demenz begleitet.

Bei der Frage, welches die beste Art der Betreuung und Unterbringung ist, herrscht Unsicherheit. Obwohl laut der Studie 69 Prozent der Menschen mit Demenz zu Hause leben, halten nur 35 Prozent der Befragten mit Demenzerfahrung den eigenen Haushalt für den besten Ort für Menschen mit Demenz. 22 Prozent halten ambulant betreute Wohngruppen für die bessere Alternative. Andere nennen gute Pflegeheime (16 Prozent) oder den Haushalt von Angehörigen (13 Prozent).

Drei von vier Demenzpatienten müssen laut Report im Jahr nach der Diagnose ins Krankenhaus. Dort würden sie häufiger als andere wegen Flüssigkeitsmangel (plus fünf Prozent), Oberschenkelbruch oder Delirium (jeweils plus vier Prozent) behandelt. Sowohl die Versorgung der Erkrankten als auch die Diagnostik sei nicht optimal, heißt es bei der DAK. Fast zwei Drittel der Erstdiagnosen von Demenz werden nicht anhand adäquater Leitlinien gestellt.

Möglicherweise mehr als 3 Millionen Demenzkranke bis 2050

In Deutschland leben laut der DAK derzeit rund 1,6 Millionen Menschen mit Demenz, Schätzungen zufolge könnten es im Jahr 2050 doppelt so viele sein. Der DAK-Pflegereport basiert auf einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung, Auswertungen von Daten der Krankenkasse, qualitativen Interviews mit pflegenden Angehörigen und Versorgungsbeispielen aus der Praxis.

Von dpa/epd/RND

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