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Wissen Bergbau im All: Luxemburg gründet Weltraumagentur
Nachrichten Wissen Bergbau im All: Luxemburg gründet Weltraumagentur
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13:46 10.09.2018
Erdnaher Asteroid: Luxemburg will beim Weltraum-Bergbau die Nase vorn haben. Quelle: Planetary Resources/dpa
Luxemburg

Im kleinen Luxemburg herrscht Goldgräberstimmung: Das Großherzogtum will eine führende Rolle bei der wirtschaftlichen Nutzung des Weltraums einnehmen und gründet dazu eine eigene Weltraumagentur. Die „Luxembourg Space Agency“ (LSA) wird an diesem Mittwoch (12. September) offiziell aus der Taufe gehoben. Die Agentur wird mit staatlichen Mitteln private Unternehmen bei Weltraum-Forschungsvorhaben fördern. „Sie wird auch Kompetenzen und Talente fördern. Wir wollen schlaue Köpfe nach Luxemburg holen“, sagte der Sprecher des luxemburgischen Wirtschaftsministeriums, Paul Zenner.

Die Weltraumagentur wird sich auch um das Vorhaben des Bergbaus auf Asteroiden im Weltall kümmern. 2016 war das Projekt „Space Resources“ gegründet worden. Dabei geht es vorerst darum, im All gewonnene Rohstoffe wie Wasserstoff und Sauerstoff für Raumfahrzeuge und eine „neue Weltraumindustrie“ zu nutzen. Nach Ansicht von Experten schlummern Rohstoffe im Milliardenwert in Gesteinen im Weltraum.

Deutsche Industrie fordert Rechtsgrundlage

Luxemburg hatte Mitte 2017 als bisher einziges Land in Europa per Gesetz einen rechtlichen Rahmen für den möglichen Abbau von Rohstoffen auf Asteroiden im Weltraum festgelegt. Zahlreiche Firmen haben sich bereits in Luxemburg mit Europa-Zentralen niedergelassen, darunter „Planetary Resources“, die sich nach eigenen Angaben als Pioniere des kosmischen Bergbaus sehen. In Deutschland hat der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) die Bundesregierung aufgefordert, schnell eine Rechtsgrundlage für Bergbau im All zu schaffen, damit Deutschland nicht von anderen Ländern abgehängt wird.

Bisher werden etwa zwei Prozent des luxemburgischen Bruttoinlandsprodukts mit Weltraumaktivitäten erwirtschaftet – ein nach Mitteilung des Wirtschaftsministeriums vergleichsweise hoher Wert. Mit staatlicher Förderung war 1985 die Satellitengesellschaft SES gegründet worden, heute der größte kommerzielle Satellitenbetreiber der Welt.

Unternehmen wie „Planetary Resources“ schwärmen von riesigen Gewinnen: Laut eigener Darstellung könnte „ein einziger 500 Meter großer Asteroid mehr Platin vorhalten als alle bekannten Erdreserven“. Geschätzter Wert eines solchen Asteroiden: 2,9 Trillionen Dollar.

Von dpa/so/RND

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