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Beziehung trotz häuslicher Gewalt? Das sind die Gründe

Gewaltprävention Beziehung trotz häuslicher Gewalt? Das sind die Gründe

Opfer häuslicher Gewalt stellen sich nicht selten selber die Fragen „Warum tust du dir das an?“, „Warum verlässt du deinen Partner nicht einfach?“ Ihnen selbst, aber vor allem Außenstehenden fällt es oft schwer zu verstehen, weshalb sich Betroffene nicht von dem gewalttätigen Partner trennen. Gründe dafür gibt es viele. Ein Auszug.

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Quelle: @ lofilolo - depositphotos.com

Gewalt wird oftmals nicht erkannt

Vor allem bei psychischer Gewalt ist es selbst für Betroffene schwer einzuschätzen, dass sie misshandelt werden. Sie fühlen sich zwar verwirrt und verletzt, können diese Gefühle aber nicht als Folge psychischer Gewalt bewerten. Denn schließlich werden sie ja nicht körperlich angegangen – und Zeiten des Streits und des verbalen Terrors folgen auch friedvolle und glückliche Phasen.

Doch selbst Partner, denen die Hand ausrutscht, werden oft lange Zeit nicht als Misshandler erkannt. Eben, weil sie zwei Gesichter haben. Auch nach einem Zerren am Arm, einem Schubsen oder selbst einer Ohrfeige, werden Entschuldigungen gesucht. „Es war nur ein Ausrutscher“ - wird vor allem geglaubt, wenn der Partner nach einer körperlichen Misshandlung tiefe Reue zeigt und sich in besonderem Maße um den anderen bemüht. So entsteht ein Kreislauf aus - vereinfacht ausgedrückt - Versöhnung und Streit, der sich mit der Zeit jedoch immer öfter wiederholt. Nicht mit kürzer werdenden Abständen zwischen den Phasen, sondern mit Steigerungen in den Ausbrüchen des Misshandlers.

Die Abhängigkeit von der anderen Person

Besonders schwierig ist es für den Misshandelten sich zu trennen, wenn er sich vom anderen abhängig fühlt, den Selbstwert verloren hat. Abhängig beispielsweise vom Mann, der den gemeinsamen Lebensunterhalt verdient, dem das Haus gehört, der sich um alles Bürokratische kümmert. Oder der gemeinsame Kinder als Druckmittel einsetzt. „Wenn du gehst, bleiben die Kinder bei mir“. Es entsteht die Angst, bei einer Trennung alles zu verlieren.

Auch Behauptungen, ohne den Partner nicht mehr leben zu können oder gar das Leben beenden zu wollen, halten den Misshandelten oft in der Beziehung gefangen. Hinzu kommt in vielen Fällen die Angst des im Selbstwert gestörten Misshandelten, nie wieder einen Partner, „einen Besseren“ zu finden.

Das Bild der „heilen Welt“ nach außen wahren

Nicht nur der Gewalttätige kann seine Rolle nach außen perfekt mimen, oft ist es die ganze Familie, die eine „heile Welt“ inszeniert. Verbale und körperliche Misshandlungen werden bagatellisiert, ganz nach dem Motto „Pack schlägt sich, Pack verträgt sich“.  Um die Illusion der intakten Familie aufrechterhalten zu können, wird die Realität verdrängt, sich an kurze Momente des Glücks geklammert. Eigene schlechte Erfahrungen, etwa durch Gewalt in vergangenen Beziehungen oder das „Vorleben“ häuslicher Gewalt durch die eigenen Eltern in der Kindheit, tragen zum Streben nach dem scheinbar perfekten Glück bei.  

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