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18:00 15.05.2012
COTTBUS

Allerdings würde auch ein vom Präsidenten der BTU, Walther Ch. Zimmerli, vorgeschlagener Alternativplan ins Kontor schlagen. Der Plan sieht den Erhalt der beiden Hochschulen vor. Sie sollen jedoch neben dem existierenden Gilly-Institut ein weiteres gemeinsames Institut gründen. Dies würde laut Zimmerli zehn Prozent der gegenwärtigen Mittel mehr verlangen.

Vergangenes Jahr erhielt die BTU vom Land rund 50 Millionen Euro an Globalzuweisungen, die Hochschule Lausitz bekam als weniger auf die Forschung ausgerichtete Fachhochschule nur 15 Millionen Euro. Wissenschaftsministerin Sabine Kunst (parteilos) hatte in öffentlichen Auftritten immer wieder betont, die Neugründung einer auf „Energie, Umwelt und Mensch“ konzentrierten Universität aus beiden Einrichtungen würde kein Sparmodell werden. Vielmehr müsse sie ein überregional wahrnehmbares Profil etwa beim Thema Energie entwickeln.

„Profilierung heißt immer auch Veränderung. In solch eine Veränderung müssen Sie zunächst investieren“, sagt der Vizepräsident für Personalentwicklung an der BTU, Matthias Koziol. „Wollen Sie solch einen Schwerpunkt bilden, ist es mit ein oder zwei zusätzlichen Stellen nicht getan“, sagt Koziol.

Derzeit gibt es nur vier ordentliche Lehrstühle an der BTU zum Thema Energie. Die anderen acht Dozenten, die sich mit Energie befassen, sind Honorar- und Gastprofessoren mit zeitlich begrenzten Stellen. Parallel zum Aufbau neuer Strukturen müsste außerdem der Studienbetrieb für die bislang angebotenen Studiengänge aufrecht erhalten werden, sagt Koziol. Dies werde mindestens noch fünf Jahre in Anspruch nehmen. „Mindestens für diese Zeit wird es einen erkennbaren Mehraufwand für die neue Einrichtung geben.“

Wolfgang Schröder, Kanzler der BTU, hat durch das David-Gilly-Institut, bereits etwas Erfahrung mit steigenden Kosten durch die Zusammenführung zweier Hochschultypen gesammelt. Am David-Gilly-Institut in Cottbus bilden die BTU und die Hochschule Lausitz gemeinsam Bauingenieure aus. Die Hochschulen müssen dafür nur je einen Bachelor- und einen Master-Studiengang miteinander koordinieren – und nicht etwa 30 oder mehr Studiengänge, wie das bei einer Neugründung der Fall wäre.

Die Verwaltung der Studiengänge wird von der Stiftung Mercator und der Volkswagenstiftung mit 100 000 Euro im Jahr gefördert. Damit werden zwei Vollzeitstellen bezahlt. „Ob man das auf andere Studiengänge hochrechnen könnte, kann ich noch nicht einschätzen“, sagt Schröder. Dafür müsse erst eine Wirtschaftlichkeitsberechnung gemacht werden.

Kostensteigerungen kündigen sich auch von Seiten der Hochschule (HS) Lausitz an. Der Senat der Fachhochschule hatte in einer Stellungnahme zu den Fusionsplänen betont, eine „professorale Zweiklassengesellschaft“ dürfe es an einer gemeinsamen Universität nicht geben.

An der HS Lausitz werden von den 108 Professoren 81 nach W2-besoldet. Ihnen stehen 4295 Euro zu. Die 104 W3-Professoren an der BTU Cottbus unter den derzeit insgesamt 119 Professoren im Stellenplan bekommen demgegenüber gut 5200 Euro Grundzuweisung. Das Senatsmitglied Daniela Döring von der HS Lausitz weist außerdem darauf hin, dass Universitäts-Professoren ein bis zwei wissenschaftliche Mitarbeiter zustehen. Statistisch gesehen gibt es pro Professor an der HS Lausitz dagegen nur rund 0,3 Mitarbeiterstellen. Dort haben bislang also nur sehr wenige Professoren zusätzliche Mitarbeiter. Einige Professoren der HS Lausitz fürchten laut Döring, sie könnten bei einer Fusion zu „wissenschaftlichen Mitarbeitern“ der jetzigen BTU-Professoren herabgestuft werden. „Hier sind noch viele Fragen nicht geklärt.“ Die Stellungnahme des Senats der HS Lausitz deutet darauf hin, dass die Fachhochschul-Professoren bei einer Fusion auf eine Gleichstellung mit den BTU-Professoren drängen würden. Das liefe wohl auf höhere Gehälter und zusätzliche Mitarbeiterstellen hinaus. (Von Rüdiger Braun)

Die Hochschule Lausitz möchte fusionieren Eine neue Universität für die Lausitz soll nach den Plänen von Wissenschaftsministerin Sabine Kunst schon bis zum Wintersemester 2013/14 erste Studierende aufnehmen. Dazu müssen die beiden Hochschulen per Landtagsentscheidung aufgelöst und eine neue Hochschule müsste per Gesetz gegründet werden.

Die Hochschule Lausitz (FH) ist im Gegensatz zur BTU in Cottbus den Plänen nicht abgeneigt. Sie sieht besonders ihre Biotechnologie inzwischen auf dem Niveau einer universitären Forschung und Lehre. bra

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