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Die Milchstraße flattert

Potsdamer Forscher sind sich über Ursache unschlüssig Die Milchstraße flattert

Astronomen des Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) haben nachgewisen, dass bisher unbekannte Kräfte an unserer Heimatgalaxie zerren und die Milchstraße daher nicht nur um das galaktische Zentrum rotiert, sondern sich auch nach oben und unten bewegt.

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Aufnahme eines Geschwindigkeitsfelds durch RAVE. Der Ausschnitt zeigt eine Fläche senkrecht zur Ebene der Milchstraße. Die Pfeile markieren die Bewegungsrichtung der Sterne. Die Farben signalisieren verschiedene Geschwindigkeiten

Quelle: AIP

Potsadm. Die Milchstraße rotiert nicht nur wie ein Kreisel. Gleichzeitig flattert unsere Heimatgalaxie auch noch wie eine „Flagge im Wind“. Das hat ein vom Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) koordinieres internationales Wissenschaftlerteam jetzt festgestellt.

Demnach dreht sich der heimische Sternenhaufen nicht nur um sein galaktisches Zentrum, sondern flattert quasi auch noch nach Norden und Süden. Ob auch andere Galaxien in dieser Art Flagge zeigen, ist nicht bekannt. Entsprechende Bewegungen der Sternensysteme könnten von der Erde aus nicht gemessen werden, weil sie zu weit entfernt sind, sagt die Astrophysikerin Mary Williams vom AIP, die das Projekt geleitet hat. Unklar ist die Ursache des beobachteten Flatterns. Vermutet wird, dass kleinere Galaxien, die unserere Milchsstraße durchqueren, ein Grund sein könnten. Zu Kollisionen kommt es übrigens bei solchen Passagen nicht, da die Sterne viel zu weit auseinanderliegen.

Aufnahme eines Geschwindigkeitsfelds durch RAVE. Der Ausschnitt zeigt eine Fläche senkrecht zur Ebene der Milchstraße. Die Pfeile markieren die Bewegungsrichtung der Sterne. Die Farben signalisieren verschiedene Geschwindigkeiten.

Quelle: AIP

„Auch um die Stabilität unserer Heimatgalaxie muss man sich keine Sorgen machen“, versichert Mary Williams. Im Vergleich zur Rotationsgeschwindigkeit von rund 200 Kilometern pro Sekunde sei das Tempo der Flatterbewegung der Sterne mit nur 20 Sekundenkilometern eher gering. Zudem drifteten die Sonnen nicht immer weiter auseinander, sondern schwingen sozusagen wieder zurück, so die Forscherin.

Die Wissenschaftler haben Daten des Projekts „Rave“ ausgewertet, das von AIP-Vorstand Matthias Steinmetz koordiniert wird. Im Rahmen von „Rave“ wird ein sich über 6500 Lichtjahre erstreckendes Sternenfeld um die Sonne beobachtet. Die gewonnenen Daten werden gesammelt, um die Geschwindigkeit von Sternen in allen Dimensionen zu messen.

Von Gerald Dietz

RAdial Velocity Experiment

RAdial Velocity Experiment (RAVE) ist ein multinationales Projekt unter Führung des Leibniz-Instituts für Astrophysik Potsdam (AIP), an dem sich Wissenschaftler aus Australien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada, den Niederlanden, Slowenien und den USA beteiligen. Die Finanzierung von RAVE, die einen umfangreichen Zugang zum Teleskop und Instrument ermöglicht, wird von den teilnehmenden Institutionen und von den jeweiligen nationalen Organisationen zur Forschungsförderung geleistet.

» Die Publikation „The wobbly Galaxy: kinematics north and south with RAVE red clump giants“ ist online auf http://arxiv.org/abs/1302.2468 veröffentlicht und diesen Monat in den Monthly Notices of the Royal Astronomical Society (MNRAS) erschienen.

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