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Wissen Ebola-Wundermittel "ZMapp"? - Experten dämpfen Erwartungen
Nachrichten Wissen Ebola-Wundermittel "ZMapp"? - Experten dämpfen Erwartungen
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13:57 22.08.2014
Der geheilte Ebola-Patient Dr. Kent Brantly, hier mit seiner Frau Amber, wurde mit ZMapp behandelt. Quelle: Erik S. Lesser
Berlin

"Wir können mit den wenigen Patienten, die zu völlig unterschiedlichen Zeiten und unter nicht kontrollierten Bedingungen behandelt worden sind, nur schwer eine Aussage machen", sagt der Virologe Prof. Stephan Becker von der Universität Marburg.

Bislang bekamen mindestens sechs Menschen "ZMapp" - zwei US-Amerikaner gelten als geheilt, zwei von drei Liberianern zeigten sich stark gebessert, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unter Berufung auf Mediziner in Liberia mit. Dem dritten Patienten, dessen Zustand als ernst beschrieben wurde, gehe es etwas besser. Dagegen starb ein 75-jähriger Spanier, der das Mittel ebenfalls erhielt, jedoch auch etliche Vorerkrankungen hatte.

Es sehe danach aus, das "ZMapp" tatsächlich helfe, sagt Becker. Allerdings könne die Heilung der US-Amerikaner auch andere Gründe haben. So wurde ihnen das Mittel laut einem Bericht des "New England Journal of Medicine" erst neun Tage nach ihrer Erkrankung verabreicht. Nach den ersten Tagen, die oft tödlich verliefen, sei in diesem Stadium die Wahrscheinlichkeit des Überlebens wesentlich größer.

Becker betont, dass möglicherweise auch andere Behandlungsansätze wie eine Bluttransfusion sowie die generelle medizinische Qualität in der US-Klinik in Atlanta zur Genesung beigetragen haben. Der US-Arzt Kent Brantly hatte Blut von einem 14-jährigen Patienten bekommen, der Ebola überlebt hatte.

Gravierende direkte Nebenwirkungen scheine das Medikament nicht zu haben, sagt der Virologe: "Es überrascht eigentlich, dass da nicht mehr an Nebenwirkungen aufgetreten ist - bei allem, was man bisher weiß."

"ZMapp" besteht aus drei Antikörpern, die an Ebola-Proteine binden. Sie sollen es dem Immunsystem ermöglichen, infizierte Zellen zu eliminieren. Von dem Wirkstoff, der aus einer Tabakpflanze gewonnen wird, gab es nur wenige Dosen. Diese sind laut WHO bereits vergeben.

dpa

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