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01:12 24.02.2018
„Powerpapa“-Autor Andreas Lober nutzt seinen kleinen Sohn einfach als Zusatzgewicht beim Training. Quelle: Anja Richtert
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Hannover

Sport gehört zu ihrem Leben. Für Christo Foerster aus Hamburg genauso wie für Andreas Lober aus München, beide um die 40. Der eine, diplomierter Sportwissenschaftler, mit einem Faible für Klettern, Crossfit und alles, was mit natürlicher Bewegung zu tun hat, der andere, Betriebswirt und viele Jahre lang aktiver Leichtathlet. Zum Leben der beiden gehören seit einigen Jahren auch ihre Kinder. Wie viele berufstätige Eltern standen sie nach deren Geburt vor der Frage, wie sie Zeit mit der Familie verbringen und trotzdem fit bleiben können. Bekommt man das irgendwie zusammen, das Bedürfnis der Eltern, zu trainieren, und das Bedürfnis der Kinder, zu spielen? Auf jeden Fall! Denn Kinder wollen sich bewegen und sie haben eine gute Ausdauer. Und jetzt, im Sommer, ist die ideale Zeit, um gemeinsam draußen aktiv zu werden.

Sportwissenschaftler Christo Foerster motiviert in Büchern und Vorträgen die Menschen dazu, ihren Weg zu gehen und einfach zu machen. Er selbst legt mit seinen Kindern Siri (7) und Luke (5) auch einfach los: Gemeinsam toben sie am Elbstrand, er sprintet huckepack mit einem von beiden los, sie balancieren auf Baumstämmen oder zielen mit Steinen auf Bäume. Klingt toll, aber macht das auch fit? „Die Steine dürfen auch schwer sein“, sagt Foerster lachend. Und zwischendurch macht er auch mal Klimmzüge am nächsten Ast.

Spaß an der Bewegung – ohne Ziel!

Generell gilt: Um von Bewegung zu profitieren, muss man keinen Halbmarathon laufen oder im Fitnessstudio schwere Hanteln stemmen. Es reicht, den Körper aus dem gewohnten Gleichgewicht zu bringen, einen besonderen Reiz zu setzen. Bei jeder Bewegung wird Energie verbraucht und Herz sowie Muskeln trainiert, zudem werden hormonähnliche Stoffe produziert, die die Gefäßwände sauber halten und das Wachstum von Gehirnzellen fördern – um nur einige positive Beispiele zu nennen.

Dafür ist das aktive Spiel mit Kindern ideal. Und noch etwas spricht dafür: Im Sport definieren wir uns in der Regel über Ziele und Erfolge, gemessen in Sekunden, Metern und Kilogramm. „Damit übertragen wir die Muster aus dem Job 1:1 auf die Freizeit“, sagt Sportwissenschaftler und Aktiv-Papa Christo Foerster. Um einen echten Ausgleich zu schaffen, müssten wir uns stattdessen eine ganz andere Frage stellen, nämlich: „Gibt mir mein Training Energie?“ Seiner Erfahrung nach klappt das dann am besten, wenn man einfach Spaß an der Bewegung hat – ohne Ziel. So wie Kinder es tun, wenn sie springen, klettern, laufen oder balancieren.

Spiel und anspruchsvolles Workout

Auch Andreas Lober, der ehemalige Leichtathlet und zweifache Papa aus München, genießt das Training mit seinen Kindern. Zusammen mit dem Personal Trainer Andreas Ullrich hat er das Buch „Powerpapa“ geschrieben und dafür verschiedene Fitnessprogramme zusammengestellt, die Eltern gemeinsam mit ihren ein- bis sechsjährigen Kindern machen können. Mamas brauchen sich von dem Titel übrigens nicht abschrecken lassen: Die Übungen sind für jedes Geschlecht und jedes Trainingsniveau geeignet. Wie Christo Foerster setzen auch die Powerpapa-Autoren vielfach auf Übungen, die für Kinder ganz natürlich sind, wie die Rolle, bei der man sich mit gestreckten Armen und Beinen auf den Bauch legt und zur Seite rollt. Ein- oder Zweijährige werden als Gewicht eingesetzt, sitzen bei Kniebeuge und Ausfallschritt auf der Schulter oder werden im Arm gehalten oder machen es sich beim Stütz auf dem Rücken bequem.

„Obwohl es spielerisch zugeht, ist es ein anspruchsvolles Workout“, sagt „Powerpapa“-Autor Andreas Lober. Quelle: Anja Richter

Größere Kinder ab etwa drei, vier Jahren können bei vielen Übungen mitmachen, wie beim Hampelmann oder dem wechselseitigen Rauf- und Runtersteigen auf eine Bank. „Mit meinem fünfjährigen Sohn Luis mache ich gerne Kräftemessen beim Bauchtraining“, erzählt Lober. Der Vater liegt dabei auf dem Rücken und versucht, den Oberkörper anzuheben. Sein Sohn hält gegen und drückt ihn runter. „Und zwischen zwei Übungen knuddeln wir oder machen eine Kissenschlacht. Die Zeit, die wir so zusammen verbringen, ist viel intensiver als beim Fahrrad fahren oder Fußball spielen“, sagt Lober. „Und obwohl es immer spielerisch zugeht, ist es für mich ein anspruchsvolles Workout.“

Ruhig mal die Komfortzone verlassen

Bevor man als Einsteiger mit Zusatzgewicht – wie einem Kind – trainiert, muss man erst lernen, Übungen wie Kniebeugen oder Ausfallschritte alleine technisch sauber auszuführen. Personal Trainer Ullrich rät, vor allem am Anfang einen Trainingspartner mitzunehmen, der auf die Ausführung der Übungen achtet. Ansonsten gilt: Auf den eigenen Körper hören. Auch Einsteiger sollen beim Training ihre Komfortzone verlassen, die Muskeln dürfen brennen. Schmerzen sind dagegen ein Warnsignal.

Das Wichtigste ist, dass alle Beteiligten Lust auf die gemeinsame Aktiv-Zeit haben. Und wie bekommt man das hin? Neben der spielerischen Herangehensweise ist es für Kinder wichtig, dass sie auch mal selbst bestimmen und sich kompetent fühlen können. Diplom-Psychologin Marion Sulprizio von der Deutschen Sporthochschule in Köln rät, die Kinder viel selbst entscheiden zu lassen. Welche Übung als nächstes gemacht oder wie weit gelaufen wird, zum Beispiel. Gut ist es, Übungen auszuwählen, bei denen die Kinder nicht im Nachteil sind oder sich Eltern und Kinder gegenseitig helfen können, wie beim Training mit der Slackline. Dann brauchen sie auch keine extra Motivation. Christo Foerster weiß: „Wenn Kinder ‚nochmal’ sagen, dann finden sie es toll.“

„Powerpapa! Das beste Fitnessprogramm für Väter“: Andreas Lober & Andreas Ullrich, Komplett-Media Verlag, 176 Seiten, 19,95 Euro. Quelle: Komplett-Media

Von Monika Herbst/RND

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