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Wissen Frühmenschen hausten mehr als Hunderttausend Jahre in sibirischer Höhle
Nachrichten Wissen Frühmenschen hausten mehr als Hunderttausend Jahre in sibirischer Höhle
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19:00 30.01.2019
Wissenschaftler nehmen Proben in der Denisova-Höhle. Quelle: Sergey Zelinski/Russian Academy of Sciences/dpa
Jena/Leipzig

Neandertaler und Denisova-Menschen haben nicht nur gemeinsam in Sibirien gelebt, sondern über Zehntausende Jahre zumindest phasenweise auch die gleiche Höhle genutzt. Das schließen zwei internationale Forscherteams aus Untersuchungen der Denisova-Höhle im südsibirischen Altai-Gebirge. Demnach könnten die beiden, eng mit dem Homo sapiens verwandten Menschenarten diese Unterkunft sogar über einen Zeitraum von fast 150.000 Jahren bewohnt haben – lange bevor der moderne Mensch die Region erreichte. Das Ergebnis bedeutet allerdings nicht zwingend, dass beide Arten sich die Unterkunft gleichzeitig geteilt haben.

Die im Altai-Gebirge gelegene Denisova-Höhle wird seit Jahrzehnten erforscht. Schlagartig berühmt wurde sie im Jahr 2010, als die Analyse eines dort gefundenen Fingerknochens auf eine bis dahin unbekannte Menschenart hinwies, den Denisova-Menschen. Später wurden weitere Zähne und Knochen entdeckt, die von Denisova-Menschen und Neandertalern stammten. Die Analyse des Knochens eines Mädchens ergab sogar, dass die Mutter des Kindes Neandertalerin, der Vater Denisova-Mensch waren. Moderne Menschen besiedelten Sibirien nach derzeitigem Wissen erst vor etwa 45.000 Jahren.

Mit Statistik zur Altersberechnung

Nun legen zwei internationale Forscherteams im Fachblatt „Nature“ eine Chronologie der Fundschichten in der Höhle vor. Eine zuverlässige Chronologie war bislang auch deshalb schwierig, weil die Radiokarbon-Datierung (C14) nur bis etwa 50.000 Jahre zurückreicht. Das Team um Katerina Douka vom Jenaer Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte berechnete das Alter der Funde nun anhand eines statistischen Modells, in das genetische Analysen, Thermolumineszenz-Datierung und die C14-Metode einflossen.

Demnach bewohnten Denisova-Menschen den Ort vor 200.000 bis vor möglicherweise etwa 50.000 Jahren. Verschiedene Neandertaler-Fossilien datieren die Wissenschaftler auf eine Zeit von vor 140.000 bis vor 80.000 Jahren. Allerdings fanden die Forscher Neandertaler-Erbgut noch in einer Schicht, die 190.000 Jahre alt ist.

Neandertaler und Denisova-Mensch vermischten sich

Dies deute darauf hin, „dass beide Gruppen über einen Zeitraum von fast 150.000 Jahren in der Region lebten, sich trafen und – bei Gelegenheit – vermischten“, schreibt die Gruppe. Den langen Zeitraum erklärt Douka mit anderen Funden aus der Region, denen zufolge Neandertaler dort noch vor etwa 60.000 Jahren lebten. Das Mädchen, dessen Eltern Neandertaler und Denisova-Mensch waren, lebte der Studie zufolge vor etwa 100.000 Jahren.

Das zweite Team um Zenobia Jacobs von der australischen University of Wollongong geht davon aus, dass Denisova-Menschen die Höhle von vor rund 300.000 Jahren bis vor 55.000 Jahren bewohnten, Neandertaler dagegen von vor 200.000 bis vor 100.000 Jahren.

Rätselhafte Funde

Rätselhaft bleiben die Funde von Knochenspitzen und Anhängern aus Tierteilen, die typisch für moderne Menschen sind. Ihr Alter bestimmt das Team um Douka auf etwa 45.000 Jahre. Die Forscher vermuten zwar, dass die Objekte von Denisova-Menschen stammen. An ihrer Herstellung könnten aber auch moderne Menschen mitgewirkt haben, die Sibirien damals bereits erreicht hatten. Frühere Studien hatten bereits ergeben, dass auch der Homo sapiens sich sowohl mit Neandertalern als auch mit Denisova-Menschen vermischt hat.

In einem „Nature“-Kommentar verweist Robin Dennell von der englischen University of Exeter auf die Unsicherheit der Datierung. Dennoch sei das Bild nun klar, betont er: „Der Ort wurde von Denisova-Menschen und Neandertalern sowohl in Kalt- als auch in Warmzeiten von vor 200.000 bis vor 50.000 Jahren bewohnt.“

Von RND/dpa

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