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Wissen Ghrelin ist ein riskanter Appetitanreger
Nachrichten Wissen Ghrelin ist ein riskanter Appetitanreger
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17:21 11.03.2018
Das „Hungerhormon“ Ghrelin sorgt dafür, dass wir reichlich Appetit haben. Quelle: RND
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Hannover

Wie schwierig es ist, einmal verlorene Kilos nicht wieder zuzulegen, zeigt eine Untersuchung aus Norwegen. Dabei spielt auch das „Hungerhormon“ Ghrelin eine Rolle. Es wird in der Magenschleimhaut und der Bauchspeicheldrüse produziert und regt den Appetit an. Wer abgenommen hat, hat mehr mit diesem Hormon zu kämpfen als jemand, der keine Diät hinter sich hat.

Der Kampf gegen das Hungergefühl

Laut der Untersuchung müssen Übergewichtige sich nach dem Abnehmen darauf einstellen, auf lange Zeit ein starkes Hungergefühl zu bekämpfen, berichten die Forscher im Fachblatt „American Journal of Endocrinology and Metabolism“. Dazu hatte das Forscherteam von der Norwegian University of Science and Technology in Trondheim in seiner Studie 34 stark übergewichtige Patienten untersucht, die an einem Abnehmprogramm teilnahmen.

Die Studienteilnehmer verloren im Verlauf von zwei Jahren im Schnitt elf Kilogramm an Körpergewicht – allerdings mussten sie auch noch nach zwei Jahren mit einem stark erhöhten Hungergefühl klarkommen. Die Forscher fanden heraus, dass dies mit dem „Hungerhormon“ Ghrelin zusammenhängt: „Jeder hat dieses Hormon, aber wenn man übergewichtig ist und dann Gewicht verliert, steigt der Hormonspiegel an“, erläutert Catia Martins von der Norwegian University of Science and Technology.

Zurück zum gewohnten Gewicht

Zudem versuche der Körper nach der erfolgreich absolvierten Diät auf das frühere höhere Gewicht zurückzukommen und die gewohnte Kalorienzahl aufzunehmen – obwohl er für die normalen Körperfunktionen aufgrund des Gewichtverlusts längst weniger Kalorien braucht: „Jemand, der sein ganzes Leben 80 Kilo gewogen hat, kann mehr Kalorien aufnehmen als jemand, der 80 Kilo nach einer Diät wiegt. Der Unterschied liegt bei etwa 400 Kilokalorien – das entspricht einem guten Frühstück oder vier Bananen“, erklärt Martins.

Essen hinunterschlingen, begünstigt Übergewicht

Wer seine Mahlzeiten hastig hinunterschlingt, entwickelt zudem eher krankhaftes Übergewicht als Langsamesser. Diesen Zusammenhang bestätigen japanische Forscher in einer Auswertung der Daten von rund 60.000 Menschen.

Auf langsameres Essen abzielende Maßnahmen könnten mithelfen, Übergewicht und gesundheitliche Folgen wie Diabetes, Herz-Kreislauf- und Krebs-Erkrankungen zu verhindern, schreiben die Wissenschaftler im „British Medical Journal“. Auch der Verzicht auf abendliche Snacks und auf Mahlzeiten weniger als zwei Stunden vor dem Schlafengehen schützt der Studie zufolge vor dem Dickwerden. „Das ist die erste Studie in dieser Größe, die den Effekt der Essgeschwindigkeit untersucht“, kommentiert Stefan Kabisch vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam die Untersuchung. „Das Ergebnis ist grundsätzlich plausibel, allerdings wird man die Stärke des Effekts relativieren müssen“ Fragebogendaten seien grundsätzlich mit Unsicherheiten behaftet und es gebe zahlreiche Überlappungen mit anderen Einflussfaktoren, die sich mit den vorhandenen Daten nicht berücksichtigen ließen. Eine große Schwäche der Studie sei etwa, dass sie keine Angaben zur Art des Essens oder zur sportlichen Aktivität der Teilnehmer enthält.

Langsam essen, ist gesund

Unter Berücksichtigung verschiedener Einflussfaktoren wie Alter oder Medikamenteneinnahme ermittelten die Wissenschaftler, dass Normal-Esser eine um 29 Prozent reduzierte Wahrscheinlichkeit hatten, krankhaftes Übergewicht zu entwickeln als Schnell-Esser. Bei Langsam-Essern war die Wahrscheinlichkeit um 42 Prozent geringer.

Die Untersuchung zeige, dass eine Senkung der Essgeschwindigkeit dabei helfen kann, das Körpergewicht zu regulieren. Als Grund vermuten die Forscher, dass Schnell-Esser „über den Hunger essen“ – sie futtern also noch weiter, obwohl der Kalorienbedarf längst gedeckt und der Hunger gestillt ist. Langsam-Esser hingegen spürten rechtzeitig, dass sie satt sind, und nähmen so weniger Kalorien auf.

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Wie man Kindern ein gesundes Essverhalten beibringt, lesen Sie hier...

Von Anja Garms/RND

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