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Immer mehr Menschen schlafen schlecht

Krankenkasse-Studie Immer mehr Menschen schlafen schlecht

Termin- und Leistungsdruck am Arbeitsplatz, ständige Erreichbarkeit oder zu viel Computer und Fernsehen: Die Risiken für Schlafstörungen sind zahlreich – und die Zahl der Betroffenen wächst.

Schlafstörungen entwickeln sich zur neuen Volkskrankheit. Das hat eine Studie der DAK ergeben.

Quelle: dpa

Berlin. Immer mehr Menschen in Deutschland können schlecht ein- und durchschlafen. Das ergab eine Untersuchung der Krankenkasse DAK-Gesundheit. Folgen seien Müdigkeit und Unkonzentriertheit bei der Arbeit sowie eine steigende Zahl von Fehltagen. Auch die Gefahr von Medikamentenmissbrauch nehme zu.

Wie die Umfrage ergab, kämpften im vergangenen Jahr fast 80 Prozent von mehr als 5.000 Befragten zwischen 18 und 65 Jahren mit Schlafproblemen. Das entspricht einem Plus von 66 Prozent innerhalb von zehn Jahren, heißt es im neuen DAK-Gesundheitsreport, den die Kasse am Mittwoch in Berlin vorstellte. Betroffen sind alle Altersgruppen. Fast die Hälfte der Betroffenen gehe müde zur Arbeit.

Die Einnahme von Schlafmitteln hat sich in den vergangenen Jahren nahezu verdoppelt: 2009 hatten bei einer DAK-Umfrage noch 4,7 Prozent angegeben, in den vergangenen drei Monaten Schlafmittel genommen zu haben – 2016 waren es bereits 9,2 Prozent. Mittlerweile ließen sich auch immer mehr Menschen wegen Schlafstörungen krankschreiben, berichtete die Krankenkasse.

Wenige Betroffene gehen zum Arzt

Schlafstörungen und deren Auswirkungen auf die Arbeit sind Schwerpunktthema der Krankenkasse für ihren diesjährigen Gesundheitsreport. Die Fehltage aufgrund von Schlafstörungen nahmen demnach um rund 70 Prozent auf jetzt 3,86 Tage je 100 Versicherten zu. Eine Krankschreibung aus diesem Grund habe im Schnitt 10,9 Tage gedauert.

Allerdings versuche die große Mehrheit, allein mit den Schlafstörungen zurechtzukommen und gehe nicht zum Arzt. Lediglich 4,8 Prozent der Erwerbstätigen seien im vergangenen Jahr deswegen in den Praxen gewesen. Selbst Arbeitnehmer mit Insomnie gingen meist nicht zum Arzt. Rund 70 Prozent der Betroffenen lassen sich der Untersuchung zufolge nicht behandeln.

Schlafstörungen sind häufig Folge oder Ursache von psychischen Störungen wie Depressionen und Angstzuständen. Mehr als jeder dritte Patient bekomme deshalb eine Psychotherapie, jeder zweite Medikamente. Im Vergleich zu 2010 nähmen heute mit 9,2 Prozent fast doppelt so viele der 35- bis 65-jährigen Arbeitnehmer Schlafmittel. Jeder zweite kaufe dabei Schlafmittel ohne Rezept - und meist ohne ausreichende Aufklärung über Risiken und Nebenwirkungen. Fast jeder Vierte nehme Schlafmittel länger als drei Jahre.

Schlafstörungen können unterschiedliche Ursachen haben - vom bloßen Lärm in der Nacht über Stress am Arbeitsplatz oder in der Familie bis hin zu einem generell falschen Umgang mit Schlaf.

Von dpa/epd/RND

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