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Wissen Hatschi! Die Pollen fliegen wieder
Nachrichten Wissen Hatschi! Die Pollen fliegen wieder
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08:15 15.03.2017
Hatschi! Vom Heuschnupfen haben Allergiegeplagte die Nase voll. Quelle: foto: Fotolia
Potsdam

Der Frühling steht vor der Tür und damit beginnt für Allergiker die verhasste Heuschnupfenzeit. Nach der Winterpause schwirren wieder Pollen durch die Brandenburger Luft.

„Seit zwei Wochen messen wir einen extrem hohen Anteil von Erlenpollen,“ sagt Uta Rabe vom Vorstand des Verbandes der Allergologen Brandenburg. Für die Pollensaison 2017 prognostiziert die Chefärztin des Zentrums Allergologie und Asthma im Johanniter-Krankenhaus Treuenbrietzen (Potsdam-Mittelmark) aber keinen stärkeren Pollenflug als im vergangenen Jahr.

Auf dem Dach des Krankenhauses in Treuenbrietzen befindet sich neben Cottbus eine der beiden Messstellen für den Pollenflug im Land Brandenburg. Die ersten Pollen dieses Jahres sind nach Angaben der Fachärztin seit Ende Februar sehr ausgeprägt in der Luft gemessen worden. Das sei nicht unüblich, beruhigt Rabe. „Es gibt Jahre, da sind die Pollen viel eher geflogen.“ Im vergangen Jahr habe die Erlenpollen-Belastung zwei Wochen früher begonnen.

Nach den Frühblühern Hasel und Erle, wird als nächstes die Birke in die Luft schwirren. Deren Blütezeit ist sehr kompakt, dafür aber heftig. Es werden deutlich mehr Pollen als bei Hasel und Erle auf einmal freigesetzt. „Die Birkenblüte war im vergangenen Jahr extrem, dieses Jahr könnte es weniger sein.“

Da der Zeitraum des Baumpollenflugs sich in den vergangenen Jahren verlängert habe, überschneiden sich das Ende des Baumpollenflugs und der Beginn des Gräserpollenflugs. „Betroffene haben dadurch keine Beschwerdepause“, erklärt die Allergologin. Doch ganz so schlimm wie im vergangenen Jahr kommt es nicht für Heuschnupfengeplagte: „Der bevorstehende Birkenpollenflug kann wahrscheinlich die Belastung des Jahres 2016 nicht toppen“, sagt Rabe.

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In einem Telefonforum beanworten die Mediziner gern Ihre Fragen. Die Experten stehen Ihnen am Dienstag, dem 21. März, in der Zeit von 15 bis 17 Uhrzur Verfügung.

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Das sind unsere Experte

Dr. Barbara Lindemann: Tel: 0331 / 2840 - 101

Chefärztin der Abteilung Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Phoniatrie, Pädaudiologie der Oberlinklinik in Potsdam,

Fachärztin für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Stimm-, Sprach- und kindliche Hörstörungen, Allergologie, Naturheilkunde, Psychotherapie

Priv.-Doz. Dr. Lilla Landeck: Tel: 0331 / 2840 - 102

Chefärztin Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Ernst-von-Bergmann-Klinikum Potsdam, Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten, Allergologie und Berufsdermatologie, Medikamentöse Tumortherapie

Dr. Peter Velling: Tel: 0331 / 2840 - 103

Ärztlicher Leiter des MVZ der Evangelischen Lungenklinik Berlin in Kreuzberg, Facharzt für Innere Medizin, Allergologie, Akupunktur, Naturheilverfahren

Dr. Uta Rabe: Tel: 0331 / 2840 - 104

Chefärztin Zentrum für Allergologie und Asthma, Johanniter-Krankenhaus im Fläming Treuenbrietzen, Fachärztin für Innere Medizin / Pneumologie, Allergologie

Rund 15 Prozent der Deutschen wurden nach Daten des Robert-Koch-Instituts im Laufe ihres Lebens mit einer Heuschnupfen-Diagnose konfrontiert. Das Auftreten der Erkrankung habe sich auf hohem Niveau stabilisiert, beobachten die Forscher. Allerdings habe sich die Pollensaison insgesamt verlängert. Haselpollen können bereits im Dezember für Beschwerden sorgen und Birkenpollen bis Ende Mai durch die Luft fliegen.

Die Allergien sind eine Fehlfunktion des Immunsystems. Bei Heuschnupfen setzt der Körper als Abwehrreaktion auf Pollen den Botenstoff Histamin frei, der Allergiesymptome hervorruft. Statt für den Organismus gefährliche Keime, bekämpft der Körper harmlosen Blütenstaub. Augenbeschwerden, Schnupfen und Niesreiz können Allergiker zum Beispiel mit cortisonhaltigem Nasenspray und Tabletten lindern.

„Allergien nehmen zu, weil es mehr Belastungen gibt“, erklärt die Heuschnupfen-Expertin Rabe. An der Ursache setzt eine Hyposensibilisierung an - üblicherweise müssen Patienten damit aber schon im Herbst beginnen. „Wenn man im Herbst mit der Immuntherapie beginnt, also zwei bis drei Monate bevor die Pollensaison losgeht, dann können Patienten bereits in der Heuschnupfenzeit eine Verbesserung spüren“, sagt Barbara Lindemann, Chefärztin der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde-Abteilung in der Oberlinklinik Potsdam.

Hilfe bekommen Allergiker auch durch die Pollen-App des Deutschen Polleninformationsdienstes. Die Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, den aktuellen Pollenflug zu erheben und die Pollenflugvorhersage bundesweit zu verbreiten. Die App für Allergiker ermöglicht eine Vorhersage der allgemeinen Pollenbelastung direkt aufs Handy.

Von Diana Bade

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