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Schöne Bescherung

Die Familienkolumne Schöne Bescherung

Weihnachten steht vor der Tür. Seit Wochen kreisen die Gedanken um die Frage: Was soll man Freunden und der Familien schenken? Und was schenkt man eigentlich einem Baby?

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Die Bloggerin, Poetry-Slammerin und Moderatorin Ninia LaGrande schreibt an dieser Stelle regelmäßig über die herausfordernden Momente des Mutter-Daseins.

Quelle: gpt

Hannover. Ach, Weihnachten. Das Fest der Liebe – und des Kapitalismus. Nach fast zehn Jahren Beziehung bin ich verzweifelt. Die Zeit der liebevoll selbst gemachten Geschenke ist schon lange vorbei. Genau genommen schon seit fast zehn Jahren, denn der Typ für Pärchenbilder im Herzchenrahmen war ich noch nie. Shirts, Konzerttickets, sogar Socken – ich habe alles durch. Spiele verschenke ich ungern, weil ich dann mitspielen muss, und das ist fast noch schlimmer als Pärchenbilder.

Der Mann hat es leicht. Er schenkt mir „Bilderbücher“. So nennt er Kunst-Bildbände. Ich freue mich über jedes Exemplar. Nur umziehen dürfen wir so bald nicht mehr. Vielleicht verschenke ich einfach Zeit. Ich nehme das Baby und er kann machen, was er will. Apropos Baby. Was schenkt man einem Baby? Schenkt man überhaupt irgendwas? Wenn es etwas Nützliches sein soll, dann müsste ich ihm Windeln schenken. Oder Feuchttücher. Und wenn es schon sprechen könnte, würde es sich vermutlich Kekse wünschen. Die, die nach Luft schmecken – und anscheinend trotzdem das Beste sind, was man mit neun Monaten in die Hand gedrückt bekommen kann.

Leben im Spielzeugwarenladen

Das Letzte, was das Kind braucht, ist noch mehr Spielzeug. Ich lebe gefühlt in einem Spielwarenladen. Allein von diesen Lappentieren haben wir fünf oder sechs. Und vier Spieluhren. Dazu zahlreiche Dinge, die aus Holz und pädagogisch wertvoll sind – und uninteressant. Denn das Einzige, womit das Kind wirklich spielt, sind Kabel, Steckdosen, Elektrogeräte und Blumenkübel. Und Schuhe! Wer nicht schnell genug die Sneaker nach oben stellt, bekommt sie kostenlos sauber gelutscht. Das Kind hilft auch immer gerne dabei, die Schnürsenkel zu öffnen. Auch wenn man das gerade gar nicht nötig hatte. Am besten wäre also ein Blumentopf, gefüllt mit Kabeln und davor zwei, drei Paar Schuhe für den Babygebrauch.

Aber die Zeit, in der es sich über einen Pappkarton freut, ist schneller rum, als ich gucken kann. Vielleicht sollte ich es deshalb einfach genießen, bis das Kind ganz genau weiß, was es zu Weihnachten braucht. Ein Pony vermutlich. Oder das neueste Handy. Und alles von Lego und Playmo. Vielleicht schenke ich ihm einfach ein Foto seiner Eltern im Herzchenrahmen. Irgendwer muss so was ja verschenken.

Von Ninia LaGrande/RND

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