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Nachrichten Wissen So bleiben Sie fit – das rät Sportpapst Froböse
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16:41 25.03.2017
Weicht keiner sportlichen Herausforderung aus: Ingo Froböse. Quelle: Foto: Sebastian Bahr
Potsdam

Der Sportmediziner Ingo Froböse rät, den inneren Schweinehund zu überwinden und Laufschuhe anzuziehen. Tipps gibt Froböse auf einer MAZ-Veranstaltung am 28. März in Potsdam.

Sie sagen, dass jährlich rund 1,2 Millionen Menschen in Europa an Bewegungsmangel sterben. Ereilt den Bewegungsmuffel der Tod im Fernsehsessel, während er eine Sport schaut?

Und wenn’s geht, noch im Nadelstreifenanzug. Aber im Ernst: Das sind Zahlen der Weltgesundheitsorganisation. Gemeint sind Menschen, die an den Folgen des Bewegungsmangels sterben. Dabei geht es um die Übergewichtsproblematik, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und auch um Diabetes Typ II. Für mich ist das eine Muskelschwunderkrankung.

Das müssen Sie erklären.

Der Diabetes ist eine Insulinresistenz: Die Zelle wehrt sich gegen das Insulin. Das wird ausgeschüttet, wenn zu viel Zucker im Blut ist. Das heißt, ich muss dafür sorgen, dass der Zucker verbraucht wird. Größter Verbrenner von Energie ist die Muskulatur. Sie muss arbeiten. Insofern ist die Stoffwechselerkrankung Diabetes für mich ein Ungleichgewicht zwischen Energiezufuhr und -verbrauch.

Experten-Diskussion am 28. März

„Fitness und Gesundheit, Geschenk oder harte Arbeit?“ – so ist der Titel der MAZ-Veranstaltung, auf der Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln auftreten wird. Der 60-Jährige ist dort Leiter des „Zentrums für Gesundheit durch Sport und Bewegung“.

An seiner Seite ist Prof. Dr. Klaus Bonaventura, Chefarzt der Klinik für Kardiologie und Angiologie am Potsdamer Klinikum „Ernst von Bergmann“.

Am 28. März, ab 17 Uhr, lädt die MAZ zur Diskussion mit den Experten für Fitness und Herzkreislaufmedizin in die Villa Bergmann Potsdam, Berliner Straße 62. Der Eintritt ist frei.

Was haben Sie im Laufe des Tages für Ihre Muskulatur getan?

Ich laufe relativ viel. Heute Morgen waren es zehn Kilometer. Und ich nehme grundsätzlich die Treppe auf dem Weg ins Büro. Von der Tiefgarage, in der mein Fahrrad steht, sind es sechs Stockwerke bis zu meinem Büro. Den Weg gehe ich mehrmals am Tag, zwei Stufen auf einmal.

Auf wie viele Schritte kommen Sie pro Tag?

Wenn ich die große Runde laufe, bin ich weit über der Marke von 10.000 Schritten. Aber es gibt auch Tage, an denen ich nur auf 8000 komme.

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Und was macht der Normalverbraucher, der den Tag nicht mit einem Zehn-Kilometer-Lauf startet?

Es hilft schon, etwas schneller zu gehen und auch beim Spaziergang strammer zu laufen. Ich kann eine Station eher aus dem Bus aussteigen für einen etwas längeren Fußweg. Die Treppen treten an die Stelle des Fahrstuhls. Beim Einkauf muss ich das Auto nicht auf dem nächsten Parkplatz am Supermarkt abstellen.

Wie können Sie als Ex-Leistungssportler Tipps geben, ohne dabei durch die Leistungsbrille zu schauen?

Weil ich mich komplett von der Leistung verabschiedet habe. Ich würde keinen Wettkampf mehr bestreiten und würde auch keinen Marathon laufen. Worum es geht, ist die positive Stimulierung. Wer einen langen Arbeitstag hinter sich hat, kann am nächsten Morgen nicht leistungsorientiert laufen. Aber er kann laufen und sagen: Wow, war das schön. Das mach ich morgen gleich noch mal. Ich nenne das die subjektive Unterforderung. Laufe langsam, um schneller zu werden.

Wie langsam?

Die meisten Menschen haben kein Gefühl dafür. Ja, die Herzfrequenz darf mal in die Höhe gehen. Mit einem kurzen Sprint bergauf. Aber 80 Prozent des Laufes sollten in einem sehr moderaten Bereich bleiben. „Laufen ohne zu Schnaufen.“

Was raten Sie denjenigen, die jetzt im Frühling wieder mit dem Laufen anfangen?

Sie sollten sich auf keinen Fall an ihren Leistungen vom vergangenen Sommer orientieren. Wer die Wintermonate nichts gemacht hat, muss seinem Organismus vorsichtig mitteilen, dass es jetzt wieder sportlich wird. Zum Start reicht da schon etwas Walken. Oder Intervalle von drei Minuten Walken und zwei Minuten Laufen. Die Muskulatur braucht etwa drei bis sechs Wochen, bis sie sich auf die neue Situation eingestellt hat. Bei Knochen, Knorpeln und Gelenken dauert es etwa sechs Monate. Ich sage immer, das erste halbe Jahr ist das schlimmste, dann geht es aufwärts..

Welche Ernährung passt zum Fitnessprogramm?

Da gilt die einfache Regel: morgens energiereich, mittags nährstoffreich und abends eiweißreich.

Kein Brot am Abend?

Kohlenhydrate sind der Mastersprit für die Leistung. Aber das braucht der Körper nachts nicht. Da wird nur repariert und restauriert.

„Lieber moppelig und fit, statt schlank und unfit!“, heißt es auf Ihrer Website. Geht das überhaupt?

Natürlich. Ich sehe doch dem Chassis eines Autos auch nicht an, ob ein Trabi- oder ein Rennwagenmotor darin steckt. Es gibt Menschen, deren Körper von Natur aus einen höheren Muskelanteil oder eben mehr Fetteinlagerungen haben. Das macht erst mal nichts. Bewegung ist der Motor für viele Strukturen des menschlichen Körpers.

Sie beklagen, dass heutzutage Sportler als Vorbild fehlen. Der Stellenwert Leistungssports ist doch aber hoch?

Die Sportler sind viel zu weit weg. Man kann sie anhimmeln, aber sie taugen nicht zum Vorbild. Vorbilder wären Menschen, die aus der Mitte der Gesellschaft kommen und körperlich aktiv sind. Usain Bolt ist kein Vorbild. Er ist nicht erreichbar.

Wer gibt die besseren Tipps für ein gesundes Leben – der Sportwissenschaftler oder der Mediziner?

Derjenige, der den Blick für die Lebensqualität hat. Und das ist nicht der Mediziner. Denn Lebensqualität hat mit Erkrankungen nichts zu tun. Fitness hat mit „fit“ und Wellness mit Wohlfühlen zu tun. Das ist Sache des Sports. Die Medizin repariert nur.

Vital mit Schüßler-Salzen

Am Montag, 27. März, gibt es im Rahmen der MAZ-Gesundheitswochen ab 19 Uhr im MAZ-Media-Store (Friedrich-Ebert-Straße 85/86, Potsdam) einen Vortrag der Buchautorin Margit Müller-Frahling zum Thema Schüßler-Salze.

Tickets: 7 Euro im Vorverkauf, 8 Euro an der Abendkasse AK (inkl. Getränk); Tickets im Vorverkauf in jeder MAZ-Ticketeria, ein Euro Rabatt für MAZ Card-Inhaber + Begleitung.

Gesundheit, Leistungskraft und Wohlbefinden – Schüßler-Salze sind in jeder Lebensphase eine ideale Unterstützung, um die Herausforderungen des Alltages vitaler bewältigen zu können. Schüßler-Salze sind außerdem eine bewährte sanfte Hilfe im Rahmen der Hausapotheke bei alltäglichen Beschwerden. Sie sind nebenwirkungsfrei und mit 12 bewährten Mitteln überschaubar in der Anwendung.

In dem Vortrag erfahren alle Gäste, wie Sie Schüßler-Salze nutzen können:

– für gesunde Haut und feste Nägel

– zur Stärkung der Abwehrkräfte

– zur Steigerung der Konzentrationsfähigkeit

– und vielem mehr...

Über die Expertin: Referentin, Ausbilderin, Fachbuchautorin und -journalistin im Themenbereich „Biochemie nach Dr. Schüßler“. Magister-Studium, anschließend berufliche Tätigkeit im Industrie- und Investmentbereich, Lehrkraft an einer Technischen Fachhochschule. Seitdem sie krampfartige Zustände, die ihre Lebensqualität maßgeblich einschränkten, mithilfe der Schüßler-Salze überwinden konnte, setzt sie sich mit der „Biochemie nach Dr. Schüßler“ auseinander. Sie absolvierte umfangreiche Ausbildungen in der Biochemie nach Dr. Schüßler, zu Fragen der Gesundheits- und Ernährungsberatung und im Bereich Psychologie. Sie hält Vorträge und Seminare im In- und Ausland.

Von Ute Sommer

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