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Vorsicht bei links wedelnden Hunden

Wissenschaft Vorsicht bei links wedelnden Hunden

Ob ein Hund eher nach rechts oder links wedelt, ist seinen Artgenossen nicht egal. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher, die Hunden Videos schwanzwedelnder Vierbeiner zeigten.

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Quelle: Philipp Schulze/Archiv

Washington. Bei Hunden hätten linke und rechte Gehirnhälfte ebenso wie beim Menschen verschiedene Aufgaben, schreiben die Wissenschaftler im Fachmagazin "Current Biology". Anhand der Wedelrichtung könnten Hunde offenbar ablesen, ob ein Artgenosse aus positiven oder negativen Gefühlen heraus den Schwanz schwenke.

Ein eher nach rechts gerichtetes Wedeln wird demnach bei aktiver linker Hirnhälfte ausgelöst und zeigt positive Emotionen an - etwa beim Anblick des Besitzers. Sei die rechte Hirnhälfte aktiv, folge ein eher nach links gerichtetes Wedeln, erläutern die Forscher. Dies sei zum Beispiel der Fall, wenn der Hund mit einem unfreundlichen Artgenossen konfrontiert sei.

In ihrer Studie setzten die Forscher um Giorgio Vallortigara von der Universität Trento (Italien) 43 Hunde verschiedener Rassen vor Videos, auf denen ein Hund oder die Silhouette eines Hundes frontal zu sehen war. Der Schwanz bewegte sich darin entweder nach links, gar nicht oder nach rechts. Acht der Tiere sahen einen echten, 35 eine digitalisierte Version eines Hundes.

Beim Anblick einer zur linken Seite wedelnden Hundegestalt seien die Zuschauer-Hunde deutlich unruhiger geworden, schreiben die Forscher. Ihr Puls stieg demnach teilweise auf das Doppelte des Ruhewertes. Bei einem Gegenüber, der zur rechten Seite wedelte, blieben die Tiere dagegen ruhig. Ob sie einem echten Hund oder dessen zur Silhouette transformierten Gestalt zusahen, habe keine Auswirkungen auf das Ergebnis gehabt.

"Die Wedelrichtung bedeutet den Tieren also etwas", schließt Vallortigara aus der kleinen Versuchsreihe. "Ein Hund, der durch sein Wedeln positive Emotionen zeigt, erzeugt damit eine entspannte Reaktion bei seinem Gegenüber." Silhouetten ohne Schwanzbewegung lagen bei den Reaktionen im Mittelfeld - sie hätten also stärkere Stressreaktionen ausgelöst als rechts wedelnde Hunde. Das lasse sich damit erklären, dass ein ruhiger Schwanz kein positives Signal sei, sondern Anspannung und Angst bedeuten könne, heißt es in der Studie.

An eine direkte Kommunikation glauben die Wissenschaftler nicht. Das asymmetrische Wedeln spiegele eher die unterschiedliche Aktivierung der Gehirnhälften wieder, die Folge sei eine unbewusste Körpersprache - die von anderen Hunden aber offenbar richtig interpretiert werde. Auch für Hundebesitzer könne sie nützlich dafür sein, die Gemütslage ihres Vierbeiners genauer einzuschätzen.

dpa

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