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Wissen Potsdamer Forscher beobachten rumorenden Vulkan unter Eifel-See
Nachrichten Wissen Potsdamer Forscher beobachten rumorenden Vulkan unter Eifel-See
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20:01 09.01.2019
Brodelt heiße Magma unter dem Laacher-See in der Eifel? Laut einer neuen Studie soll sie der Grund für vermehrte Erdbeben in der Region sein. Orietta Scardino/ANSA/AP/dpa
Eifel

Warum kommt es in der Eifel rund um den Laacher-See-Vulkan seit 2013 immer wieder zu kleineren Erdbeben? Mit dieser Frage beschäftigen sich Wissenschaftler des Geoforschungszentrums Potsdam in Zusammenarbeit mit dem Erdbebendienst Südwest, dem Karlsruher Institut für Technologie und dem Landeserdbebendienst Nordrhein-Westfalen. Die Ergebnisse haben die Forscher jetzt im Magazin Geophysical Journal International veröffentlicht. Die darin postulierte Ursache wirkt beunruhigend: Anscheinend steigt Magma, also die glühend flüssige Gesteinsschmelze im Innern der Erde, in den unterirdischen Kammern des Vulkans auf. Die Erde rumort. 

Vulkan-Ausbruch ist sehr unwahrscheinlich

Das letzte Mal ist der Laacher-See-Vulkan vor rund 13.000 Jahren ausgebrochen. Und an dieser Stelle können die Forscher auch beruhigen: Es gebe keine Anzeichen, dass die kleineren Beben in der Tiefe stärker würden oder sich nach oben verlagern könnten, heißt es in der Studie. Erst dann bestünde eine akute Ausbruchsgefahr. Dennoch fordern die Wissenschaftler, dass der Vulkan im Auge behalten wird und es künftig eine engere Zusammenarbeit mit den Börden und wissenschaftlichen Instituten gibt, um die Gefahr dauerhaft einschätzen zu können.

Magma bahnt sich ihren Weg 45 Kilometer unter der Erde

Erdbeben sind in Deutschland gar nicht so selten. Bei den gemessenen Erdbeben in den vergangenen Jahren in der Eifel handelt es sich laut Studie um sogenannte mikrofrequentierte Beben. Sie entstehen, wenn sich Magma in den Kammern rund acht bis 45 Kilometer unter dem Vulkan bewegt. Die aufsteigende Magma verdrängt Steine und Erdkruste, Gas tritt aus – und löst so kleinere Beben aus. Diese Erschütterungen gibt es bei vielen Vulkanen auf der Welt, sie sind ein Zeichen, dass der Vulkan lebt – und nicht mehr. Die Forscher können diese Magma-Beben zudem von Erschütterungen unterscheiden, die beispielsweise bei der Verschiebung von Erdplatten entstehen.

Vom Erdkern zur Oberfläche sind

Die neue Studie geht davon aus, dass die riesige Magma-Kammer, die beim Ausbruch vor 13.000 Jahren geleert wurde, sich nun langsam wieder füllt. Der Laacher See hatte sich einst dort gebildet, wo die Decke der nach dem Ausbruch leeren Magma-Kammer eingefallen war. Die heiße Magma aus dem Erdkern dringt über die sogenannte Plume in 50 Kilometern Tiefe durch den Erdmantel, die Unter- und Oberkruste in die Hauptkammer des Vulkans. Diese liegt nur wenige Kilometer unter der Erdoberfläche. Das heißt aber auch: Selbst wenn aktuell keine akute Gefahr besteht, ist es nur eine Frage der Zeit, bis der Vulkan erneut bereit für einen Ausbruch ist. Auch wenn das noch Tausende Jahre dauern kann.

Von RND/car/mot

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