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19:15 31.12.2017
Der Umgang mit Feuerwerkskörpern will gelernt sein.  Quelle: dpa
Hannover

Schon Stunden vor dem Jahreswechsel haben sich mehrere Menschen mit Feuerwerkskörpern schwer verletzt. In Berlin zum Beispiel verlor ein Zwölfjähriger ein Auge, ein 28-Jähriger büßte zwei Finger ein. Er hatte am geöffneten Schlafzimmerfenster einen Böller gezündet. 

Worauf Sie beim Feuerwerk achten sollten: Sicherheitstipps von Feuerwehr und Polizei

1. Verwenden Sie nur Feuerwerk, das von der Bundesanstalt für Materialforschung (BAM) oder einer anderen offiziellen europäischen Stelle geprüft und zugelassen sind und über das CE-Siegel verfügen.

2. „Stellen Sie Wasser bereit!“, empfiehlt die Feuerwehr. Zum Beispiel in einem Eimer oder einer Gießkanne. „Achten Sie darauf, dass dieses im Brandfall schnell erreichbar ist.“ Blindgänger nicht wieder anzünden, sondern entsorgen, rät die Polizei. „Funktioniert das Feuerwerk nicht, mindestens 15 Minuten warten und sich in dieser Zeit nicht nähern. Danach kann das Feuerwerk zum Beispiel in einen mit Wasser gefüllten Eimer gelegt und anschließend im Hausmüll entsorgt werden.“

3. Schließen Sie in der Silvesternacht vorsichtshalber alle Fenster und Lüftungsklappen Ihrer Wohnung. „Für Betriebsräume, Lager, Schuppen und Garagen gilt das gleiche“, erklärt die Feuerwehr. Räumen Sie vorsichtshalber auch Möbel oder alte Tannenbäume vom Balkon oder der Terrasse.

4. Die meisten Feuerwerkskörper dürfen nur im Freien angezündet werden. Die Feuerwehr warnt: „Das Anzünden von Raketen und Böllern in Wohnräumen, Treppenräumen, an geöffneten Fenstern oder auf Balkonen ist eine häufige Brandursache.“

5. Feuerwerkskörper wie Kanonenschläge, Donnerschläge oder Böller sollten Sie nie in der Hand halten, sondern auf den Boden legen und mit einem „langem Arm“ anzünden, empfiehlt die Feuerwehr. Danach sollten Sie einen Abstand von drei bis fünf Meter einhalten.

6. „Starten Sie Raketen nie aus der Hand“, warnt die Feuerwehr. Stattdessen sollen Sie für den Abschuss einer Rakete eine „auf dem Boden stehende, standfeste Abschussrampen“ nehmen. „Auch leere Flaschen sollten gesichert werden“, rät die Feuerwehr. „Die Rakete muss so aufgestellt werden, dass sie nach dem Abschuss ungehindert aufsteigen kann.“

7. Bewahren Sie ausreichend Sicherheitsabstand zu Anlagen oder Gebäuden, die besonders brandempfindlich sind – zum Beispiel Strohdachhäuser. Beachten Sie auch die Windrichtung. Für Raketen empfiehlt die Feuerwehr einen Abstand von 200 Metern, für andere Feuerwerkskörper 50 Meter.

8. „Basteln Sie niemals Feuerwerkskörper selbst“, warnt die Feuerwehr. „Verändern Sie die im Handel erhältlichen Artikel nicht.“

9. „Feuerwerkskörper gehören nicht in die Hände von Kindern", erklärt die Polizei und mahnt Eltern: „Behalten Sie Ihre Kinder im Auge und weisen Sie sie auf die möglichen Gefahren hin!“

10. „Sollte es zu einem Brand kommen, unternehmen Sie nur Löschversuche, bei denen Sie sich selbst nicht gefährden“. rät die Feuerwehr. „Schließen Sie, wenn möglich, Türen zum Brandraum und verlassen Sie so schnell wie möglich mit allen Personen die Wohnung.“ Alarmieren Sie die Feuerwehr oder den Rettungsdienst – Sie erreichen sie über den Notruf 112.

Im Notfall 112 rufen

Und wenn es doch zu Verletzungen kommt? Geht ein Böller am Silvesterabend im wahrsten Sinne des Wortes ins Auge, sollten beide Augen abgedeckt werden. So wird das verletzte Auge nicht mehr bewegt. Hat jemand durch die Explosion eines Feuerwerkskörpers einen Finger oder einen Teil eines Fingers verloren, sollten Umstehende helfen, ihn zu finden. Kleinere Verbrennungen - etwa an der Hand - sollten sofort gekühlt werden. Größere Wunden lässt man besser in Ruhe. Generell muss bei schweren Verletzungen umgehend die 112 angerufen werden. Alle Tipps, was bei Verletzungen zu tun ist, finden Sie hier.

Von RND/wer

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