Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Wissen Zahl der Soldaten mit Kriegstraumata bleibt hoch
Nachrichten Wissen Zahl der Soldaten mit Kriegstraumata bleibt hoch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:25 28.01.2019
Bundeswehrsoldaten im Einsatz in Afghanistan. Quelle: dpa
Berlin

Auch Jahre nach dem Ende des Kampfeinsatzes der Bundeswehr in Afghanistan geht die Zahl der an Kriegstraumata erkrankten Soldaten kaum zurück. 2018 wurde bei 182 Soldatinnen und Soldaten eine einsatzbedingte Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) neu diagnostiziert – zwölf mehr als im Jahr 2017, wie die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (Montag) unter Berufung auf den Sanitätsdienst der Bundeswehr berichtet.

Die Zahl anderer einsatzbedingte Störungen wie Depressionen sank laut Sanitätsdienst weiter leicht. Insgesamt seien somit im vergangenen Jahr bei 279 Soldaten eine einsatzbedingte psychiatrische Erkrankung diagnostiziert worden - das waren in etwa so viele Neuerkrankungen wie 2017 mit 274 Fällen. Die tatsächlichen Erkrankungen dürften höher liegen, denn gezählt werden nur die Fälle, die in Bundeswehreinrichtungen behandelt werden.

Soldaten melden sich häufig erst Jahre später

Der Kampfeinsatz der Nato in Afghanistan endete 2014. Die Bundeswehr ist nur noch zur Ausbildung und Beratung der afghanischen Streitkräfte im Land. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte der Zeitung, häufig nähmen Betroffene erst Jahre nach dem auslösenden Ereignis „eine unserer vielen Hilfsmöglichkeiten wahr“.

Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hans-Peter Bartels, geht davon aus, dass „viele Soldaten sich auch erst später melden, weil erst heute PTBS wie eine körperliche Verwundung angesehen wird“. Bei vielen Soldaten seien die Erkrankungen inzwischen aber chronisch und es sei fraglich, ob die Bundeswehr den bestehenden Behandlungsbedarf noch adäquat befriedigen könne – zumal in den psychiatrischen Abteilungen der Bundeswehrkrankenhäuser ein Teil der Stellen nicht besetzt sei. Insgesamt sei aber vieles besser geworden. Bartels stellt am Dienstag seinen Jahresbericht vor.

PTBS als Folge von belastenden Situationen

Die Medizin versteht unter PTBS die Entstehung einer verzögerten Reaktion auf ein belastendes einmaliges oder wiederkehrendes negatives Erlebnis.

Nach Studienlage des Psychotraumazentrums der Bundeswehr prägen in den Einsätzen nicht mehr die als persönliche Bedrohung empfundenen Kampfhandlungen, sondern eher moralisch belastende Situationen wie das Erleben von Armut, Bürgerkriegen oder Gräueltaten die Wahrnehmungen der Soldaten.

Symptome für die Entwicklung einer PTBS seien Schreckhaftigkeit, Schlafstörungen, Alpträume, Aggressivität, Ablehnung sowie Schuld- und Schamgefühle. Betroffene kapseln sich vom sozialen Umfeld ab, machen Überstunden, vermeiden Kontakt zu Familie und Freunden. Professionelle Hilfe sei deshalb notwendig.

Von so/RND/dpa

Wenn einem Mieter die Wohnungs-Kündigung wegen Eigenbedarfs ins Haus flattert, ist das meist ein Schock. Ein Vermieter kann das Mietverhältnis aber nur kündigen, wenn er ein berechtigtes Interesse geltend macht.

28.01.2019

Vor 4,4 Milliarden Jahre kollidierte das, was einmal unsere Erde werden sollte, mit einem Planeten-Embryo. Die Kollision erzeugte unseren Mond – und gab der Entwicklungsgeschichte der Erde womöglich eine entscheidende Wende.

27.01.2019

Ein tödlicher Gesichtskrebs hat die Population der Tasmanischen Teufel in den vergangenen 20 Jahren drastisch schrumpfen lassen. Doch eine Computersimulation gibt Anlass zur Hoffnung.

27.01.2019