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Forscher: Strengere Klima-Ziele für Schutz der Meere nötig

Umwelt Forscher: Strengere Klima-Ziele für Schutz der Meere nötig

Der Klimawandel macht die Meere nicht nur wärmer, sondern auch saurer. Für Organismen und Tiere in den Ozeanen entwerfen Forscher ein düsteres Szenario.

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Korallen vor den Philippinen: Der Klimawandel macht die Meere nicht nur wärmer, sondern auch saurer.

Quelle: Dennis M. Sabangan/Archiv

Berlin. Zum Schutz der Unterwasserwelt haben Meeres-Experten einen Monat vor der Pariser Weltklimakonferenz zu strengeren Klima-Zielen aufgerufen.

Die vom Menschen verursachte Erwärmung müsse "auf deutlich unter 2 Grad – eher noch 1,5 Grad – begrenzt werden", sagte Prof. Hans-Otto Pörtner vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung am Donnerstag in Berlin. Damit könne man Folgen für Meeresorganismen und Ökosystem wohl in erträglichem Maße halten. Nach Pörtners Modellrechnungen würde aber selbst ein Anstieg von 1,2 Grad den Verlust der Hälfte der Korallenriffe bedeuten.

Zur Begrenzung des Klimawandels gilt bislang die Zwei-Grad-Marke: Das bedeutet, dass die Temperatur bis Ende des Jahrhunderts im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter um maximal zwei Grad steigen soll. Aktuell gehen Forscher aber von einer Erwärmung um 2,7 Grad bis 3 Grad aus.

Dabei haben Meere und Riffe wegen des Klimawandels nicht nur ein Temperaturproblem: Der Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) hat sie auch immer saurer werden lassen. Knapp 30 Prozent des seit Beginn der Industrialisierung freigesetzten CO2 haben sie nach Angaben des Deutschen Klima-Konsortiums aufgenommen. Vor allem das Tempo der vergangenen 40 Jahre macht Experten Sorgen: Die Entwicklung sei "erdgeschichtlich einmalig", sagte der Geochemiker Ulf Riebesell, Professor an der Christian-Albrechts-Universität Kiel: "Der Trend wird sich mit steigendem CO2-Ausstoß beschleunigt fortsetzen."

Viele der im Meer lebenden Arten reagieren empfindlich auf den sinkenden pH-Wert des Wassers, wie Feldversuche in Norwegen gezeigt hätten, sagte Riebesell. Dabei wurden spezielle Anlagen im Wasser installiert, um Folgen der Versauerung für die Tierwelt und die Stoffkreisläufe zu beobachten. Vor allem bei Kalkalgen und Flügelschnecken verzeichneten sie negative Einflüsse. Es ist länger bekannt, dass Organismen wie Muscheln zunehmend Probleme haben, unter sauren Bedingungen ihre Kalkschalen und -skelette aufzubauen.

Auffällig sei dagegen gewesen, dass im Versuch die "Kleinsten der Kleinsten", sogenanntes Pikoplankton, profitiert haben. Da insgesamt aber nicht mehr Nährstoffe im Wasser zur Verfügung stünden, könnten solche Veränderungen an der Grundlage der Nahrungskette deren Effizienz stark dämpfen, befürchtet Riebesell. Hinzu kommt, dass die Meeresbewohner auch durch steigende Mengen an Plastikmüll und sinkenden Sauerstoffgehalt Stress ausgesetzt sind.

Noch lasse sich das Ausmaß der Versauerung bremsen, wenn der CO2-Ausstoß zurückgeht, bilanzierte Pörtner. "Man sollte jetzt in Aktion treten."

dpa

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