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Hawking wirbt für Lauschangriff auf Außerirdische

Wissenschaft Hawking wirbt für Lauschangriff auf Außerirdische

Zehn Jahre, 100 Millionen Dollar und hoffentlich ein Signal von Außerirdischen: Starphysiker Stephen Hawking macht sich für eine private Initiative zur Suche nach Leben im All stark.

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«In einem unendlichen Universum muss es anderes Vorkommen von Leben geben», ist Stephen Hawking überzeugt. Foto: Andy Rain

London. Das Projekt "Breakthrough Listen" (Durchbruch Zuhören) unter Leitung renommierter Astronomen wird von dem russischen Investor Yuri Milner finanziert, der über das kommende Jahrzehnt 100 Millionen US-Dollar investieren will.

"Wir glauben, dass sich das Leben auf der Erde spontan entwickelt hat", sagte Hawking in London. In einem unendlichen Universum müsse es deswegen anderes Leben geben. "Wir sind lebendig, wir sind intelligent, wir müssen es wissen."

Beteiligt an dem Projekt ist unter anderem Frank Drake, ein Pionier der Suche nach außerirdischem Leben mit modernen Mitteln, und Geoff Marcy von der Universität Berkeley, ein führender Planetenforscher. Für "Breakthrough Listen" soll das All mit zwei der größten und leistungsstärksten Teleskope der Welt unter die Lupe genommen werden, im Green-Bank-Observatorium in West Virginia und im Parkes-Observatorium in Australien.

Alle erfassten Daten und Erkenntnisse sollen öffentlich zugänglich sein, sagte Milner, der nach eigenen Angaben nach dem ersten Mann im All, Yuri Gagarin, benannt ist. An einem einzigen Tag werde "Breakthrough Listen" mehr Daten sammeln, als bisher in einem ganzen Jahr zusammen gekommen seien. "Das Ausmaß unserer Suche wird beispiellos sein."

Abgehorcht werden sollen unter anderem eine Million Sterne in der Nähe, die Milchstraße und etwa 100 nahe gelegene Galaxien, und zwar auf allen möglichen Frequenzen. Davon gebe es immerhin zehn Milliarden, erklärte Geoff Marcy. Parallel soll es einen Wettbewerb dazu geben, welche Botschaft man Außerirdischen von der Erde aus schicken sollte.

Zu den Erfolgsaussichten konnten die Wissenschaftler am Montag keine konkreten Angaben machen. "Es ist natürlich ein riesiges Wagnis", sagte der Astrophysiker Martin Rees, der früher einen Lehrstuhl in Cambridge hatte und zum Leitungsteam gehört. "Niemand zählt auf Erfolg, aber der Lohn wird so kolossal sein, wenn man erkennt, dass es anderswo Leben gibt, dass diese Investition sich sehr lohnt." Geplant sei, dass die Mitarbeiter nebenher andere Projekte verfolgen, "damit sie nicht deprimiert werden".

Stephen Hawking, der wegen einer schweren Erkrankung gelähmt ist und sich nur über einen Computer verständigen kann, wies darauf hin, dass auch Erfolglosigkeit einer solch riesigen Suchaktion ein interessantes Ergebnis wäre. "Es ist wichtig für uns, zu wissen, ob wir alleine im Dunklen sind."

dpa

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