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Mückenplage droht: Bürger sollen Exemplare einschicken

Wissenschaft Mückenplage droht: Bürger sollen Exemplare einschicken

Feuchtwarmes Wetter - für Stechmücken ist das ideal. Experten fürchten darum besonders viele der Plagegeister in diesem Sommer. Wer welche fängt, soll zum Briefumschlag greifen, so ihr Wunsch. Die Mückenpost kann Krankheitsrisiken abschätzen helfen.

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Eine Mücke saugt Blut aus dem Arm eines Mannes.

Quelle: Patrick Pleul/Illustration

Müncheberg. Die starken Regenfälle und sommerlichen Temperaturen der letzten Tage könnten eine Mückenplage zur Folge haben.

Forscher bitten nun darum, möglichst viele der Stechinsekten geschickt zu bekommen. "Wir sind dankbar über jede Mücke", sagte die Biologin Doreen Walther vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) im brandenburgischen Müncheberg. Die Tiere werden für den Mückenatlas verwendet, mit dem Verbreitungsgebiete und neue eingeschleppte Arten kartiert werden.

"Durch die in Europa in den letzten Jahren zunehmenden Ausbrüche von Stechmücken-übertragenen Krankheiten wie Dengue-, Westnil- oder Chikungunya-Fieber sowie den jüngsten Zika-Virus-Ausbruch in Südamerika wurde die aktuelle Bedeutung von Stechmücken als Krankheitsüberträger unter Beweis gestellt", erklärte Walther. "Zur Risikoabschätzung benötigen wir dringend Daten zur Verbreitung der in Deutschland vorkommenden invasiven und einheimischen Arten."

Für die Eiablage nutzen die Mücken ruhige Wasseroberflächen in der Natur, aber auch in Regentonnen oder anderen wassergefüllten Behältern. Nach den größtenteils niederschlagsarmen Jahren 2014 und 2015 mit eher geringen Populationsdichten der Stechmücken könne die aktuelle Situation ein Startschuss für ein hohes Aufkommen in der Mückensaison 2016 sein, hieß es von den Forschern. Bei den derzeitigen Bedingungen benötige die neue Mückengeneration nur rund zwei Wochen bis zum Schlupf.

An der Kartierung der in Deutschland vorkommenden Mückenarten arbeitet das ZALF gemeinsam mit dem Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit (FLI) in Greifswald seit 2012. In diesem Jahr haben Sammler laut Walther bisher rund 600 Mücken eingeschickt. Der Mückenatlas soll helfe, das Risiko für durch Stechmücken übertragene Krankheiten abzuschätzen. Als besonders gefährlich gilt die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus).

Es sei davon auszugehen, das diese in Deutschland erfolgreich überwintert habe, sagte Helge Kampen, Leiter der Arbeitsgruppe Medizinische Entomologie am FLI. "Es wurden Eier im Frühjahr gefunden. Auch wurden erste Larven im Mai entdeckt." Das sei extrem früh. Das Insekt gelangt schon seit einigen Jahren vereinzelt mit Reisenden aus Südeuropa nach Deutschland, seine Eier sind jedoch nicht sehr kältetolerant. Von einer anderen Art, der Asiatischen Buschmücke, sind inzwischen vier etablierte Populationen in insgesamt sechs Bundesländern bekannt. Insgesamt wurden in Deutschland seit 2007 vier invasive Arten nachgewiesen.

Wichtig für Mückenjäger: Die Forscher benötigen intakte Exemplare, zerquetschte oder platt geschlagene Tiere sind unbrauchbar. Zum Abtöten gefangener Mücken empfehlen die Forscher, sie für einen Tag ins Gefrierfach zu legen. Um zur Bestimmung wichtige Schuppen und Borsten an bestimmten Körperstellen zu erhalten, sollten die Tiere zudem nicht direkt in einen Briefumschlag gesteckt, sondern in eine kleine Schachtel, eine flache Dose oder ein Röhrchen gelegt werden. Mit in den Brief kommt ein Formular mit Fundangaben. "Insgesamt können Sie so viele Mücken fangen, wie es Ihrer Motivation und dem Mückenaufkommen entspricht", heißt es beim Mückenatlas.

dpa

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