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Studie: Herz-Kreislauf-Risiko in Osteuropa deutlich höher

Wissenschaft Studie: Herz-Kreislauf-Risiko in Osteuropa deutlich höher

Herzinfarkt oder Schlaganfall: Solche Erkrankungen gehören zu den häufigsten Todesursachen in Europa. Vor allem in Osteuropa ist das Risiko hoch. Diabetes und Übergewicht können solche Leiden fördern.

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Ein Studienteilnehmer während einer Kardiographie.

Quelle: Waltraud Grubitzsch

London. Das Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben, ist in Europa sehr ungleich verteilt. In osteuropäischen Ländern sterben deutlich mehr Menschen etwa an Herzinfarkten und Schlaganfällen als in anderen Regionen, zeigt eine im "European Heart Journal" veröffentlichte Studie.

In diesen Ländern sei die Lebenserwartung auch insgesamt niedriger, schreiben die Autoren um Nicholas Townsend, der ein Forschungsprogramm der britischen Herzstiftung an der Universität Oxford leitet.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen kosten in Europa demnach mehr als vier Millionen Menschen pro Jahr das Leben und sind mit 45 Prozent die häufigste Todesursache überhaupt. Alte Menschen trifft es öfter als jüngere. Dennoch sterben pro Jahr 700 000 Menschen unter 65 Jahren an Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems.

"Frauen sterben statistisch häufiger an diesen Krankheiten als Männer, allerdings eher in höherem Alter", erklärte Townsend. Auch der Deutsche Herzbericht 2014 war zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen: Demnach sterben - mit Ausnahme von Infarkt - in Deutschland deutlich mehr Frauen als Männer an Herzleiden wie etwa Vorhofflimmern. Es könne sein, dass Frauen zu spät zum Arzt gingen, erläuterte damals Thomas Meinertz von der Deutschen Herzstiftung. Experten verwiesen auch auf die feineren Gefäße von Frauen, die Operationen und die Medikamentendosierung erschwerten. Denn Studien würden hauptsächlich an Männern gemacht.

In Europa nehme die Sterblichkeit insgesamt wegen der besseren Behandlungsmethoden beständig ab, erklärte Townsend zu den europaweiten Zahlen. Die Zunahme von Risikofaktoren wie Übergewicht und Diabetes könne dieser Verbesserung aber entgegenwirken. Der Trend zu einer höheren Lebenserwartung wurde bei der Auswertung berücksichtigt. "Das wichtigste Problem mit der alternden Bevölkerung wird wohl sein, dass wir mehr Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen am Leben halten und das eine größere Belastung für die Gesundheitssysteme bedeutet", sagte Townsend.

Besonders gut sind die Zahlen für Frauen in acht Ländern, wo auf 100 000 Frauen weniger als 250 Todesfälle kommen: Frankreich, Spanien, Dänemark, die Niederlande, Norwegen, die Schweiz, Großbritannien und Israel. Deutschland steht mit 362 Fällen auf 100 000 Frauen im Vergleich auch recht gut da. In sechs Ländern sterben dagegen mehr als 1000 von 100 000 Frauen an Herz-Kreislauf-Problemen: Mazedonien, die Ukraine, Moldawien, Kirgistan, Usbekistan und Turkmenistan - allerdings lagen den Wissenschaftlern aus den letzten beiden Ländern nur Daten aus den Jahren 2005 beziehungsweise 1998 vor.

Bei den Männern sieht es ähnlich aus. In Israel, Frankreich und Spanien kommen auf 100 000 Männer weniger als 300 Todesfälle, in der Ukraine und in Turkmenistan sind es mehr als 1500. In Deutschland sind es 477,2. Fälle. Auch bei diesen Zahlen räumten die Wissenschaftler Probleme mit der Vergleichbarkeit der Daten ein. Die Studie untersuchte Länder, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur europäischen Region zählt und die zum Teil bis nach Asien reicht.

dpa

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