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WWF schlägt Alarm: Afrikas Geier stehen vor dem Aus

Tiere WWF schlägt Alarm: Afrikas Geier stehen vor dem Aus

Geier im Sturzflug: Die Umweltschutzorganisation WWF schlägt angesichts eines massiven Rückgangs der Aasfresser in Afrika Alarm. Das Sterben der Vögel hat viele Gründe.

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Die Gesundheitspolizei der Savanne: Ein Geier im kenianischen Masai-Mara-Nationalpark. Foto: Stephen Morrison

Berlin. Die Zahl der Geier in Afrika geht einer Studie zufolge dramatisch zurück. "Afrikas Geier stehen vor dem Aus", teilte die Umweltschutzorganisation WWF in Berlin mit. Betroffen von dem Geiersterben seien 22 Länder des Kontinents.

Der WWF bezieht sich auf eine Studie, an der auch Forscher der kanadischen Universität von Britisch Columbia beteiligt waren.

Der Rückgang könnte massive Folgen haben: "Geier sind quasi die Gesundheitspolizei der Savanne und spielen eine immens wichtige Rolle im Ökosystem", erläuterte Arnulf Köhncke vom WWF Deutschland.

Die Wissenschaftler hatten die Bestände von acht der neun Afrikanischen Geierarten untersucht: Demzufolge hat sich die Zahl in den zurückliegenden drei Jahrzehnten mehr als halbiert. Bei sieben der untersuchten Arten registrierten die Forscher sogar einen Rückgang um mehr als 80 Prozent. Die internationale Studie ist im Fachjournal "Conservation Letters" veröffentlicht worden.

Als Grund sieht der WWF unter anderem von Jägern vergiftete Kadaver getöteter Elefanten oder Nashörner. Sie nutzen demnach Gift, um sich die Vögel vom Hals zu halten, weil kreisende Geier für Wildhüter ein Hinweis auf akute Fälle von Wilderei sind.

Mehr als 60 Prozent der gefundenen toten Geier seien durch Gift gestorben. Rinderhirten vergiften den Naturschützern zufolge zudem gerissene Tiere, um etwa Hyänen fernzuhalten. Das treffe dann allerdings auch die Geier. Zudem seien sie auch selbst Jagdobjekt: "Den Vögeln wird ein Wert in der traditionellen Medizin zugeschrieben", erklärte der WWF.

Um gegenzusteuern, hält die Organisation mehrere Maßnahmen für nötig. Sinnvoll könnte den Naturschützern zufolge vor allem sein, die Nutzung von Giften stärker zu regulieren. Zudem müssten die Strafen für die illegale Tötung und den Handel mit Geiern verschärft werden.

Auch in Südasien kämpfen Tierschützer gegen das Sterben der Aasfresser: In Indien gibt es inzwischen eigene "Restaurants" für Bengalgeier. Das sind spezielle Futterplätze, an denen sich die Vögel niederlassen können.

Die Zahl der Bengalgeier ist auf dem indischen Subkontinent um mehr als 99 Prozent eingebrochen. In Indien, Nepal und Pakistan ist die Art laut der Weltnaturschutzunion vom Aussterben bedroht. Auch Indiengeier und Schmalschnabelgeier gibt es kaum noch. "Das einstige Millionenheer der Geier ist auf klägliche Reste zusammengeschrumpft", erklärte Olaf Tschimpke, Präsident des Naturschutzbundes Nabu.

Eine große Rolle beim Geiersterben in Asien spielt Experten zufolge das entzündungshemmende Medikament Diclofenac. Fressen die Vögel tote Tiere, denen das Mittel jüngst verabreicht wurde, sterben sie.

dpa

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