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Ich will Feuerwehrmann werden! Sagen viele kleine Jungs. Aber Feuerwehrfrau? Wollen nur wenige Mädchen werden. Feuerwehrleute müssen nicht unbedingt männlich sein.

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Auch Frauen können bei der Feuerwehr arbeiten. Wie ihre männlichen Kollegen müssen sie körperlich fit und mental stark sein.

Quelle: Daniel Bockwoldt

Stuttgart. wehrleute müssen nicht unbedingt männlich sein. Schließlich machen Frauen diesen Job genauso gut wie ihre männlichen Kollegen. Allerdings entscheiden sich noch immer viel zu wenige für diesen Beruf, sagt Susanne Klatt, Feuerwehrfrau und Vorsitzende des

"Netzwerks Feuerwehrfrauen".

 

 

Frage: Die Berufsfeuerwehr in Deutschland hat knapp 30 000 aktive Mitglieder. Davon sind nicht einmal 500 weiblich. Woran liegt das?

 

 

Klatt: In den meisten Köpfen steckt das Vorurteil, dass Feuerwehrleute männlich sein müssen. Das beginnt bei den Kindern, die mit diesem Bild des Feuerwehrmannes aufwachsen. Viele nehmen gar nicht wahr, dass auch Frauen diesen Beruf sehr gut ausüben können.

 

 

Frage: Aber bei der Feuerwehr muss man zum Teil ja auch schwere körperliche Arbeit leisten. Kann eine Frau das denn?

 

 

Klatt: Natürlich kann das eine Frau auch. Wenn sie nicht gerade ein zierliches Persönchen oder extrem übergewichtig ist. Aber solche Frauen würden den Einstellungstest ohnehin nicht schaffen, denn dabei muss man sportlich schon einigermaßen gut drauf sein.

 

 

Frage: Warum, was muss man denn da machen?

 

 

Klatt: Zum Beispiel muss man in fünf Sprüngen zwölf Meter weit springen. Ich persönlich halte diesen Teil des Tests aber für realitätsfern, denn letztlich geht es im Ernstfall doch darum, ob und wie weit ich ein Opfer aus dem Gefahrenbereich schleppen kann.

 

 

Frage: Was sollte eine Feuerwehrfrau außer Fitness noch mitbringen?

 

 

Klatt: Teamfähigkeit ist ganz wichtig. Außerdem eine gewisse mentale Stärke, denn gerade bei der Opferbergung muss man einiges aushalten. Und eine handwerkliche Lehre ist von Vorteil, aber kein Muss mehr. Wir stellen heute sogar Kauffrauen und Friseurinnen ein.

 

 

Frage: Tatsächlich? Das hat ja so gar nichts mit Feuerwehr zu tun!

 

 

Klatt: Ja, es gibt sogar eine Kollegin, die eigentlich Kosmetikerin werden wollte. Zur Feuerwehr ist sie damals nur durch Zufall gekommen - und heute ist sie froh darüber.

 

 

Frage: Als Feuerwehrfrau verdient man wahrscheinlich auch mehr als eine Kosmetikerin.

 

 

Klatt: Nach der eineinhalbjährigen Ausbildung verdient eine Brandmeisterin inklusive der Schichtzulagen 1900 Euro netto. Ich finde, dafür dass man im Monat nur zehn Tage arbeitet, ist das ein fairer Lohn.

 

 

Frage: Wieso nur zehn Tage?

 

 

Klatt: Nach einer 24-Stunden-Schicht hat man 48 Stunden frei. Genau deshalb kann man diesen Beruf doch hervorragend mit einer Familie vereinbaren.

 

 

Frage: Und was ist für Sie das Schönste an Ihrem Beruf?

 

 

Klatt: Dass ich zu Beginn einer Schicht nie weiß, was kommt. Jeder Tag ist anders, ich habe sehr viel Abwechslung, erlebe viele spannende Dinge. Für mich kommt nichts anderes infrage.

dpa

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