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Alte Rebsorten: Neue Wertschätzung des Regionalen

Agrar Alte Rebsorten: Neue Wertschätzung des Regionalen

Heunisch, Roter Riesling oder Gelber Orleans - das sind klangvolle Namen kaum noch bekannter alter Rebsorten. Doch diese sind jetzt wieder gefragt - denn die alten Reben erleben ein Comeback.

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Rote Trauben der seltenen Sorte «Roter Riesling». Sie sollen die Vorfahren des heutigen weißen Rieslings sein.

Quelle: Fredrik von Erichsen

Wiesbaden. Alte Rebsorten sind im Weinbau wieder gefragt. Der Trend hat mit der neuen Wertschätzung des Regionalen in unserer Ess- und Trinkkultur zu tun, sagt Ernst Rühl, Experte für Rebenzüchtung und Professor an der Hochschule Geisenheim.

 

Es g

ibt etwa 6000 alte Rebsorten auf der Welt.

Wieviele

davon sind es im Rheingau?

 

Rühl: Die Menge an alten Sorten ist bei uns viel geringer als in den klassischen Weinländern Italien, Frankreich, Griechenland oder Spanien. Die Rebe ist ja eine mediterrane Pflanze. Bei uns konnte nur gedeihen, was früh reift, robust ist und den Winter übersteht. Und das auch nur entlang des Rheins und seiner Nebenflüsse. In den südlichen Länder wurde der Wein dagegen früher fast überall angebaut.

 

Zu d

en alten Rebsorten, die ein kleines Comeback erleben, gehören neben dem roten Riesling auch der Gelbe Orleans oder der

Heunisch

. Brauchen wir diese neuen Sorten im Weinbau?

 

Rühl: Dieser Trend hat viel mit der neuen Wertschätzung des Regionalen in unserer Ess- und Trinkkultur zu tun. Er hilft uns, Raritäten zu erhalten. Es wird aber nicht so sein, dass die üblichen Sorten dadurch verdrängt werden. Der Elbling wird zum Beispiel nur an der Mosel ausgebaut. Den Gutedel gibt es als Rebsorte praktisch nur noch in Südbaden.

 

Könn

en denn unbekannte alte Reben überhaupt geschmacklich mit dem Riesling oder anderen Sorten mithalten?

 

Rühl: Bei vielen ist es in der Tat kein Zufall, dass es sie heute nicht mehr gibt. Dennoch ist es schön, solche Rebsorten zu haben. Es ist eine lebendige Form der Geschichtsverarbeitung. Wir erhalten Hinweise darauf, wie der Wein vor ein paar Jahrhunderten geschmeckt hat. Und wenn ein Winzer damit Geld verdient, umso besser. Er investiert schließlich auch.

 

Hist

orisch betrachtet: Welche Rebe gab es zuerst im Rheingau? Und woher kommt der Riesling, mit dem heute 90 Prozent aller Weinberge bepflanzt sind?

 

Rühl: Als die Zisterzienser-Mönche im zwölften Jahrhundert von Burgund nach Eberbach kamen, haben sie vermutlich die rote Burgundertraube mitgebracht. Der Rotwein war am Anfang im Rheingau dominierend - die Wildform des Weins ist blau. Der Riesling ist wahrscheinlich erst später aus Kreuzungen mit Wildformen entstanden. Erstmals ist der Riesling im Rheingau im 15. Jahrhundert beurkundet. Anfangs hat man auch noch nicht zwischen weißem und roten Riesling unterschieden.

dpa

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