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Aktien sind für Rentner nicht tabu

Finanzen Aktien sind für Rentner nicht tabu

Je älter der Anleger, desto sicherer sollte er anlegen, sagt eine weit verbreitete Anlegerweisheit. "Alles Unsinn", sagt ein Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

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Wer im Alter das Auf und Ab der Börse gut verkraftet, kann in Aktien investieren.

Quelle: Marius Becker

Stuttgart. Die Faustformel, wonach die richtige Aktienquote 100 minus Lebensalter beträgt, ist beliebt. Doch Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, winkt ab. Das Alter sei bei dieser Frage bedeutungslos: "Wenn Sie Verluste nicht nur finanziell, sondern auch nervlich aushalten können, spricht nichts gegen eine hohe Aktienquote."

Das Motto: "Rentner, kauf Aktien!" sei aber genauso falsch. Denn wer Wertschwankungen auch kurzfristig ausschließen wolle, sei mit einem Aktienfonds schlecht beraten. Selbst ein breit streuender Aktienfonds könne die Hälfte seines Wertes verlieren, erläutert Nauhauser. Wer Zinspapiere und Aktienfonds mischt und noch dazu für einige Jahre das Geld nicht benötigt, kann Verluste an den Börsen aussitzen oder warten, bis die sicheren Zinserträge die Verluste kompensieren.

Der US-amerikanische Finanzwissenschaftler Prof. Wade Pfau und sein Co-Autor Michael Kitces haben untersucht, welche Aktienquote für Rentner optimal ist, die dem Vermögen per Auszahlplan eine Rente entnehmen. Das paradoxe Ergebnis: Die Rente reicht umso länger, je höher die Aktienquote im Alter ist. "Im Grunde heißt das, dass ein Rentner, der zunächst die Hälfte in günstige Aktienindexfonds investiert, seine laufende Rente zunächst aus dem sicheren Vermögen entnehmen sollte", erläutert Nauhauser.

So könne der am Aktienmarkt investierte Teil länger liegen bleiben, was zum einen die Ertragschancen steigere und zum anderen das Risiko großer Verluste senke. Dadurch steigt aber die Aktienquote im Zeitablauf an. Also doch: Rentner kauft Aktien? Tatsächlich sind breit streuende Aktienfonds weit weniger riskant, als viele Anleger meinen - und die individuelle Dosis habe jeder Anleger selbst in der Hand, betont der Verbraucherschützer.

dpa

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