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Entschädigter Verlust

Abfindungen richtig geltend machen Entschädigter Verlust

Nach Einigungen „im gegenseitigen Einvernehmen“ beim Verlassen eines Unternehmens werden häufig Abfindungen gezahlt. Um die nicht vorwiegend zur Freude des Finanzamtes zu machen, gibt es Rechenmodelle zur Versteuerung.

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Abfindungen sollten in der Steuererklärung richtig verteilt sein.

Quelle: Fotolia

Potsdam. Den Verlust des Arbeitsplatzes versuchen Unternehmen gelegentlich durch Abfindungen finanziell ein wenig zu entschädigen. Eine Klage auf eine solche einmalige Geldleistung des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer ist zwar weitgehend ausgeschlossen, dennoch erklären sich Chefs häufig zur Zahlung einer entsprechenden Summe bereit, um eine schnelle Einigung mit dem ausscheidenden Mitarbeiter zu erzielen. Aufmerksamkeit ist aber hinsichtlich der Versteuerung geboten.

Eine hohe Abfindung ist auch eine Freude fürs Finanzamt. Denn 2006 wurde der Steuerfreibetrag für Abfindungen abgeschafft. Damit unterliegen sie in voller Höhe der Lohnsteuerpflicht. Es gibt aber auch eine gute Nachricht: Fachleute der Arag-Versicherungsgruppe weisen darauf hin, dass Abfindungen als außerordentliche Einkünfte im Vergleich zum gewöhnlichen Arbeitsverdienst steuerlich besonders behandelt würden.

So lässt sich die Steuerlast durch die sogenannte Fünftelregelung – auch Fünftelungsmethode genannt – senken, heißt es auch seitens des Bundesverbands der Lohnsteuerhilfevereine. Das Prinzip dabei: Für das Finanzamt wird ein Fünftel der Abfindung zum übrigen Jahreseinkommen addiert und die Steuer ermittelt. Zusätzlich ist dann die Steuer für das Jahreseinkommen ohne die erhaltene Abfindung zu errechnen. Die Differenz aus diesen beiden Ergebnissen wird nun mit fünf multipliziert und das Ergebnis der Steuer unterworfen. Das ist in aller Regel günstiger, als wenn die Besteuerung in einer Summe ohne die Fünftelregelung erfolgen würde.

Doch Vorsicht ist geboten: Die Anwendung dieser Formel kommt nur unter bestimmten Voraussetzungen infrage. So muss der Angestellte im Jahr der Abfindung zusammen mit dieser mehr verdienen, als er bei einer Fortsetzung des Jobs erhalten hätte. Zudem muss die Abfindung vollständig innerhalb eines Steuerjahres gezahlt werden.

Das ergibt sich auch aus der bisherigen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs. In einem vom Verband geschilderten Fall erhielt ein Angestellter einen Teil der Abfindung in Höhe von 5970 Euro im Jahr seines Wechsels in eine gegründete Transfergesellschaft. Die Hauptleistung in Höhe von 41 453 Euro wurde im nachfolgenden Jahr bei Ausscheiden aus der Transfergesellschaft gezahlt. Die Richter entschieden hier: Die Fünftelregelung kann nicht in Anspruch genommen werden, weil die Teilleistung im Jahr vor Zahlung der Hauptleistung zehn Prozent der noch ausstehenden Restsumme überschreitet.

Von Gerald Dietz

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