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Augencheck und Mukoviszidose-Screening: Die Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern sind umfangreicher geworden. Jetzt kommt es darauf an, dass sie von den Eltern auch angenommen werden.

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„Und jetzt fein die Zunge rausstecken . . .“ – Untersuchung beim Kinderarzt.

Quelle: DPA-ZB

Potsdam. Den Jüngsten der Gesellschaft wird neuerdings mehr Aufmerksamkeit zuteil. Die Früherkennungsuntersuchungen wurden Ende des vergangenen Jahres auf Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses aufgerüstet.

Jetzt können zum Beispiel Neugeborene in den ersten vier Wochen auf die gefährliche Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose untersucht werden. Vorausgesetzt, die Eltern geben ihre Einwilligung dazu. Dafür wird das Blut von Neugeborenen auf diese angeborene Erkrankung hin analysiert. „Das ist wertvolle Zeit, die wir mit einer eventuellen Früherkennung gewinnen“, sagt Dr. Hermann Josef Kahl vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. Durch eine intensive Behandlung habe die Lebenserwartung der Betroffenen in der jüngsten Vergangenheit von gerade mal 20 auf 50 Jahre gesteigert werden können, erklärt Kahl. Er hofft, dass sich das noch weiter ausbauen lasse.

Genauer untersucht werden auch die Augen der Kinder. Mit einem Durchleuchtungstest soll zum Beispiel eine eventuelle Eintrübung der Linse frühzeitig erkannt werden, wie Kahl erläutert. Außerdem sind die Kinderärzte gehalten, bei den sogenannten U-Untersuchungen auch auf die Interaktion zwischen Eltern und Kind zu achten. Wenn dabei auffalle, dass das Verhalten nicht der Situation angemessen ist oder die Beziehungen angespannt und distanziert erscheinen, können die Ärzte laut Kahl Gespräche anbieten.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte hebt hervor, dass die neuen Richtlinien die Bedeutung der Beratung durch die Ärzte aufwerten. Explizit beraten wird zum Beispiel zu den Themen Impfen, UV-Schutz oder der Vermeidung von Übergewicht. Neben der körperlichen Untersuchung hat die Beurteilung der emotionalen und sozialen Entwicklung des Kindes einen größeren Stellenwert bekommen. So sollen beispielsweise psychische Probleme frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Kahl zufolge, der Kinder- und Jugendarzt in Düsseldorf ist, liegt die Beteiligung an den U-Untersuchungen in den ersten Lebensjahren des Kindes deutschlandweit bei deutlich über 95 Prozent. Das zeige, wie sehr die Eltern diese Untersuchungen schätzen. Die Kosten für die Vorsorgeuntersuchungen U 1 bis U 9 sowie für die J 1 werden von den Krankenkassen übernommen. Vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte werden auch die drei zusätzlichen Gesundheitschecks U 10, U 11 und die J 2 empfohlen. Die Kosten dafür erstatten allerdings nicht alle Krankenkassen.

Mit den erweiterten Angeboten ändert sich auch das gelbe Heft, in dem die Vorsorgeuntersuchungen dokumentiert werden.Das neue Heft bekommen Eltern automatisch, wenn sie mit ihrem Kind zur nächsten U-Untersuchung gehen. Das gilt bis zur U 6. Für das Heft der älteren Kinder gibt es bei der nächsten Untersuchung Einlageblätter zum Einkleben.

Für die empfohlenen drei zusätzlichen Gesundheitschecks gibt es ein gesondertes grünes Heft.

Von Ute Sommer

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