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Fettleibigkeit kann gefährlich werden

Fit & gesund Fettleibigkeit kann gefährlich werden

Deutsche Mädchen und Jungen werden tendenziell immer dicker. Um diesem Trend entgegenzuwirken, gehen Diabetes-Experten in Schulklassen und klären dort über Vorbeugung auf.

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Diabetes-Unterricht: So wird der Bauchumfang korrekt gemessen.

Quelle: BDG

Bergholz-Rehbrücke. Diabetes wird gerade in Ostdeutschland zum drängenden Problem. In Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen sind laut einer aktuellen Studie bereits jeweils rund zwölf Prozent am sogenannten Alterszucker erkrankt. In der Prignitz sind es sogar nahezu 13 Prozent. Nicht allzu weit entfernt, in Schleswig-Holstein dagegen „nur“ 6,8 Prozent.

Im Schulunterricht wird das Problem ein wenig stiefmütterlich als eine Stoffwechselstörung unter vielen behandelt. Brandenburgische Diabetologen wollen das ändern und das Thema als besonders moderne Gesellschaften mehr und mehr bedrohende Krankheit in die Klassenzimmer bringen.

Ansprechpartner ihres Projekts „#Diabetes“ sind dabei nicht nur die Schüler selbst. „Wir hoffen, dass die Jugendlichen das Thema Diabetes auch zu Hause ansprechen“, sagt Dr. Tobias Schade, Vorstandsvorsitzender der Brandenburger Diabetesgesellschaft (BDG) und Internist in Bernau (Barnim).

Ein den Schülern mitgegebener Diabetes-Test des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (Dife) in Bergholz-Rehbrücke (Potsdam-Mittelmark) könnte Eltern oder Großeltern über ein erhöhtes Risiko ihrerseits aufklären und eventuell frühzeitige Behandlungen möglich zu machen. Denn die Dunkelziffer bei Diabetes ist hoch, weil die Krankheit oft über Jahre unerkannt bleibt. „Diabetes mellitus tut nicht weh“, so Schade. Anfangs sei gar nicht zu spüren, dass die Blutzuckerwerte nicht in Ordnung sind.

Rund 15 Schulstunden oder Aktionen des bereits im vergangenen Schuljahr gestarteten Projekts hat es bislang schon gegeben. Weitere 20 sind bereits fest angemeldet. Waren es zunächst nur die Klassen neun bis zwölf, zu denen sich die Fachleute des Verbandes aufmachten, wird es nunmehr bereits ab der 7. Klasse angeboten.

Ausgerüstet mit einem Koffer voller Anschauungsmaterialien, medizinischer Instrumente und Folien für Info-Vorträge sowie den Diabetes-schnelltests machen sich die Diabetologen auf den Weg in die Schulen. Zuweilen laden sie die Klassen auch direkt in ihre Praxen oder Kliniken ein, um die Jugendlichen zum Überprüfen der eigenen Lebensweisen zu animieren – also sich Fragen zu stellen wie: Ernähre ich mich richtig oder, bewege mich genügend? Praktische Aktivitäten wie etwa das Messen des eigenen Bauchumfangs und kleinerer Diagnosen am eigenen Körper machen den „#Diabetes“ zum ganz anderen Unterrichtserlebnis. Nach Angaben der Deutschen Diabeteshilfe waren nach aktuellsten Zahlen von 2014 bereits sechs Prozent der Kinder in der Bundesrepublik fettleibig (adipös) und weitere 13 Prozent übergewichtig – mehr als doppelt so viele wie vor zehn Jahren. Beides sind hohe Risikofaktoren für Diabetes. Schon jetzt erkranken etwa 200 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen zwölf und 19 Jahren jährlich in Deutschland an mit durch falsche Essgewohnheiten und Fitnessmangel erworbenem Diabetes vom Typ 2. Und dies obwohl in diesem Alter viel häufiger Diabetes Typ 1, also die Autoimmunkrankheit, die sich gegen Insulin produzierende Zellen in Bauspeicheldrüse richtet, diagnostiziert wird.

Von Gerald Dietz

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