Volltextsuche über das Angebot:

27 ° / 14 ° Gewitter

Navigation:
Abhörschutz: Handy-Kommunikation mit Apps verschlüsseln

Telekommunikation Abhörschutz: Handy-Kommunikation mit Apps verschlüsseln

Die Abhöraffäre um Angela Merkels Handy schlägt hohe Wellen. Nicht nur die Kanzlerin ist darüber besorgt, auch Verbraucher. Sie können ihre Kommunikation mit Apps schützen.

Berlin. Abhörsichere Smartphones mit eingebauter Verschlüsselungshardware kosten schnell mehrere tausend Euro. Verbraucher, die ihre Kommunikation schützen möchten, können sich aber auch mit kostenlosen Anwendungen behelfen, die Nachrichten und Gespräche verschlüsselt über die Internetverbindung senden. Alle Verschlüsselungs-Apps setzen jedoch voraus, dass beide Seiten die jeweilige Anwendung nutzen. Die folgenden Apps haben einen offenen, für jedermann nachprüfbaren Quellcode. Das ist der beste Schutz vor versteckten Hintertüren.

Für sichere Textnachrichten und Chats auf Android-Geräten kommen etwa

ChatSecure (ehemals Gibberbot) oder

Xabber infrage. Und auch

für iOS gibt es eine App namens ChatSecure, die Nachrichten verschlüsselt. Alle drei Lösungen arbeiten mit einem Protokoll zur Verschlüsselung von Instant-Messaging-Nachrichten namens Off-the-Record (OTR). Es bietet den Vorteil, dass man nicht feststellen kann, ob ein bestimmter Schlüssel von einer bestimmten Person genutzt wurde.

 

Abhörsichere Internettelefonie (VoIP) zwischen Android-Geräten ermöglicht zum Beispiel die App

RedPhone. Versiertere Nutzer, die VoIP über das SIP-Protokoll nutzen, finden auch in

CSipSimple eine Verschlüsselungslösung.

 

Zur

E-Mail-Verschlüsselung gibt es verschiedene Standards. Für Privatnutzer eignet sich meist OpenPGP (Open Pretty Good Privacy) am besten. Bei diesem Standard ist die Schlüsselerzeugung auch nicht mit Kosten verbunden. Eine OpenPGP-Umsetzung fürs Smartphone bietet etwa die Anwendung

Android Privacy Guard (APG), die mit der E-Mail-App

K-9 Mail zusammenarbeitet. OpenPGP arbeitet aber auch auf iOS-Geräten, etwa mit der App

iPGMail (1,79 Euro). Wichtig: Verschickt man eine verschlüsselte Mail an einen Kontakt, der kein OpenPGP nutzt, sieht dieser nur Buchstaben- und Zahlensalat.

 

Letztlich ist auch anonymisiertes Surfen per Smartphone möglich. Dabei werden die Daten verschlüsselt, und die eigene IP-Adresse wird verschleiert, indem der Datenverkehr über ständig wechselnde Server geleitet wird. Mobile Browser-Apps, die auf das Anonymisierungsnetzwerk Tor aufsetzen, sind etwa

Orbot für Android oder

Onion Browser (0,89 Euro) für iOS.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Multimedia & Technik