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Ist da jemand? - Auf der Suche nach Facebook-Alternativen

Internet Ist da jemand? - Auf der Suche nach Facebook-Alternativen

Mehr Werbung, mangelnder Datenschutz, fehlende Transparenz: Facebook nervt viele Nutzer. Doch Alternativen sind rar. Denn bei vielversprechenden Netzwerken wie Friendica oder Diaspora fehlen die Nutzer - noch.

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Im Abseits: Alternativen zu den bekannten Sozialen Netzwerken gibt es reichlich. Die eigenen Freunde findet man dort aber nur selten.

Quelle: Andrea Warnecke

Berlin. Facebook ist allgegenwärtig, aber nicht perfekt. Immer wieder fällt das Soziale Netzwerk unangenehm auf, zum Beispiel mit geänderten Geschäftsbedingungen. Wer nach Alternativen zum Platzhirsch sucht, landet zunächst oft bei Google+.

"Das ist mit Blick auf den Datenschutz schon etwas sorgfältiger konzipiert", sagt Ralf Mengert, Sachbearbeiter beim Hessischen Datenschutzbeauftragten. Auch Michaela Zinke vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) schätzt Googles Idee der Kreise, die den Nutzer zum Nachdenken anregt, welche Inhalte er mit wem teilt. Andererseits sei Googles Umgang mit Nutzerdaten in vielen Fällen ebenfalls umstritten.

Unter Datenschützern relativ unumstritten ist dagegen Xing, das allerdings in erster Linie der Pflege und Erweiterung beruflicher Kontakte dient. Als deutscher Dienst unterliegt es deutschen Datenschutzbestimmungen. Wer aber gerne das Komplettprogramm möchte, also den Wahlausgang und den "Tatort" kommentieren, interessante Artikel weiterverbreiten und dazu Fotos von Stränden, Partys und den unvermeidlichen Katzen sehen will, braucht mehr als Xing.

Aber was? "Ich wünschte, ich könnte etwas anderes empfehlen", klagt Verbraucherschützerin Zinke. "Das Problem ist, es sind einfach keine Nutzer da." Wer es dennoch versuchen will, stößt vor allem auf die Namen

Friendica und

Diaspora. Beide Dienste sind im Unterschied zu Facebook dezentral organisiert. Die eigenen Daten liegen also nicht auf riesigen Unternehmensservern, sondern auf dem eigenen Computer.

 

Wer erst einmal schnuppern will, kann bei beiden Diensten zunächst einen Account auf einem bestehenden Server erstellen. Eine Liste mit öffentlichen Servern für Diaspora gibt es unter

Podupti.me. Für Friendica wird unter der Adresse

Tryfriendica.de ein kostenloser, auf sieben Tage befristeter Probezugang angeboten.

 

Die Profilseiten bei beiden Diensten enthalten von Facebook bekannte Elemente, die Ähnlichkeit ist durchaus gewollt. Eine wichtige Funktion des großen Konkurrenten fehlt jedoch: Das Kästchen, in das der Nutzer Namen oder E-Mail-Adressen von Freunden und Bekannten eingibt, um sie aufzustöbern und als Freunde hinzuzufügen.

Damit der einsame Nutzer sich nicht ausloggt, bevor er überhaupt richtig eingestiegen ist, hat Diaspora daraus die Konsequenzen gezogen: Gleich nach der ersten Anmeldung fragt es den Nutzer nicht nur "Wer bist Du?", sondern macht auch gleich das Angebot, das eigene Facebook-Konto mit Diaspora zu verknüpfen.

Jo Bager von der Computerzeitschrift "c't" sieht darin einen erfolgversprechenden Ansatz: "Bei Friendica kann man über ein Plug-in reinholen, was auf der eigenen Facebook-Timeline passiert, und auch über Friendica wieder bei Facebook posten." So bleibe man auf dem Laufenden, ohne zwischen den Diensten wechseln zu müssen. Damit die alternativen Netzwerke weiter wachsen, empfiehlt Bager, Kollegen und Bekannte mitzunehmen.

Nimmt man sich ein bisschen Zeit in der neuen virtuellen Welt, merkt man auch als Laie an vielen Dingen, das die Privatsphäre hier wichtiger genommen wird. Geht man in die Sicherheits- und Privatsphäre-Einstellungen, lässt sich zum Beispiel eine Zeit festlegen, nach der Beiträge automatisch verfallen.

Schließlich gibt es noch Dienste, die Geld vom Nutzer nehmen und deshalb nicht darauf angewiesen sind, mit Werbung und dem Verkauf von Daten Geld zu verdienen. Seit sechs Jahren auf dem Markt ist zum Beispiel

Ning. Datenschützer bemängeln aber, dass auch bei Ning die Server in den USA stehen. Die Server von

Pidder.com stehen dagegen in Deutschland. Dessen Basisversion ist kostenlos, setzt aber auf freiwillige Spenden.

dpa

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