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Ein Hauch von Tonkabohne

Am Herd mit Nicole Just Ein Hauch von Tonkabohne

Woche für Woche tischt an dieser Stelle eine von vier Köchinnen auf. Heute: würzige Weihnachtsschokolade, zubereitet von "La Veganista" Nicole Just.

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Süßes zum Naschen oder Verschenken: Hausgemachte Weihnachtsschokolade mit Gewürzen und Nuss- oder Blütendekoration nach einem Rezept von Nicole Just.

Quelle: Just

Ach, bald ist ja schon wieder Weihnachten! In der Kindheit verging die Zeit zwischen meinem Geburtstag im Sommer bis zum Weihnachtsfest, an dem es endlich wieder Geschenke gab, sehr, sehr langsam. Mittlerweile rast das Jahr schneller dahin, als ich das Wort "Weihnachtsgeschenke" überhaupt aussprechen kann. Gegen dieses Gefühl hilft laut einer wissenschaftlichen Studie, öfter einmal etwas Neues auszuprobieren und so für Abwechslung im Alltag zu sorgen. Wie wäre es denn zum Beispiel mit selbstgemachter Schokolade?

In meiner hausgemachten Weihnachtsschokolade verarbeite ich nur drei Grundzutaten, keinen Industriezucker und Gewürze. Die wichtigste Zutat überhaupt ist die Kakaobutter. Die ist im Bioladen oder im Internethandel zu finden. Zur Not funktioniert das Rezept aber auch auch mit Kokosöl. Das Öl schmeckt man allerdings heraus, zumindest wenn Sie kalt gepresste Sorten verwenden. Wer das nicht so gern mag, sollte also lieber Kakaobutter benutzen.

Die Zubereitung

Egal ob Kakaobutter oder Kokosöl – beide sind bei Zimmertemperatur fest und müssen zunächst ihren Aggregatzustand wechseln: Ich gebe die Kakaobutter oder das Öl dazu in ein Schüsselchen und stelle es auf die warme Heizung oder bei etwa 45 Grad in den Backofen. In der Zwischenzeit mische ich das Kakaopulver mit den Gewürzen. Ich verwende Vanille, Zimt, Koriander, eine Prise Salz und Tonkabohne, die ein sehr intensives, schwer zu beschreibendes Aroma hat. Tonka hat etwas von Vanille, aber auch von Muskat, Rum und manche meinen darin sogar Waldmeister und Heu zu schmecken.

In dieses Rezept für zwei Tafeln Weihnachtsschokolade reibe ich eine halbe Tonkabohne mit der Muskatreibe sehr fein, das ist ausreichend. Ähnlich vorsichtig sind die übrigen Gewürzmengen gewählt. Denn durch die Kakaobutter als Geschmacksträger kommen sie intensiv zur Geltung.

Sobald die Kakaobutter komplett geschmolzen ist, gieße ich sie über die Kakao-Gewürz-Mischung, gebe den Ahornsirup dazu und rühre mit dem Schneebesen so lange, bis eine glatte, glänzende Flüssigkeit entstanden ist. Hier ist es hilfreich, in einem angenehm warmen Raum zu arbeiten. Andernfalls kühlt die Kakaobutter zu schnell ab und die Schokoladenmasse wird zu dickflüssig, um sie verarbeiten zu können.

Nun braucht es nur noch eine Form und ein wenig Dekoration: Ich habe mir für ein paar Euro eine hübsche Schokoladenform aus Silikon zugelegt. Es funktioniert aber genauso gut mit Pralinenförmchen oder einem kleinen Teller (mit Backpapier auslegen), auf dem die Schokolade aushärten kann. Die Hälfte der flüssigen Schokolade fülle ich in die Form und dekoriere nach Lust und Laune.

Für den extra Geschmackskick röste ich Nüsse und Kerne vorher ganz leicht in der Pfanne an. Die Blütenmischung finden Sie im gut sortieren Gewürzregal. Zum Schluss lasse ich die Schokolade für 30 Minuten im Kühlschrank aushärten. Die übrige Schokoladenmasse kommt wieder auf die Heizung und bleibt so flüssig genug für die nächste Runde. Die abgekühlte Tafel aus der Form drücken und nett verpacken. Viel Spaß beim Naschen und Verschenken!

Einkaufszettel

Für zwei Tafeln:
60 g Kakaobutter oder alternativ Kokosöl
30 g Kakaopulver
 4 EL Ahornsirup
 ½ Tonkabohne
½ TL gemahlene Vanilleschote
½ TL Zimtpulver
1 Msp. gemahlene Koriandersaat
1 Prise Salz

Für die Dekoration zum Beispiel:
2–3 EL Mandelkerne
2 TL getrockneter Blütenmix
 ½ TL getrocknete Lavendelblüten
½ TL Chiliflocken

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