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Genuss & Leben Die Rückkehr des Knochens
Sonntag Genuss & Leben Die Rückkehr des Knochens
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00:21 25.02.2017
Mit dem Charme der frühen Mobiltelefonie: Das Nokia 3310 konnte nicht mal ins Internet. Vielleicht ist es gerade deshalb wieder da. Quelle: adi
Hannover

Es lag gut in der Hand, galt als unkaputtbar und hatte eine Akkulaufzeit, von der heutige Smartphonebesitzer nur träumen können: Das Nokia 3310 war in den Jahren 2000 bis 2005 eines der meistverkauften Mobiltelefone seiner Zeit. Nun steht es möglicherweise vor einem Comeback. Das finnische Unternehmen HMD Global – so Branchengerüchte – will am Montag auf dem „Mobile World Congress 2017“ in Barcelona eine Revival-Version des Nokia 3310 vorstellen.

Weltweit wird derzeit erwartungsvoll über das Kulthandy der Nullerjahre berichtet – vor allem in Europa, aber auch in Japan und Indien. Dabei ist bisher nicht mehr über die Neuauflage des Nokia 3310 durchgesickert als ihr Preis: Lediglich 59 Euro soll das Handy kosten. Ob es mehr kann als sein Vorgänger vor 17 Jahren, ist noch nicht bekannt. Und der konnte wirklich nicht viel, im Grunde genommen nämlich nur Telefonanrufe und SMS weiterleiten. Nokia-3310-Besitzer mussten sich zudem mit 84 mal 48 Pixeln auf einem monochromen Display begnügen. Allerdings: Wem an der Haltestelle langweilig wurde, der konnte immerhin das simple Spiel „Snake“ auf seinem Nokia spielen oder selbst einen polyphonen Klingelton komponieren. Dabei wurde auf echte Tasten gedrückt.

Das Nokia 3310 galt als äußerst robust. Auf humorigen Filmen und Bildern im Internet dient es daher auch mal als Flaschenöffner oder Hammer. Außerdem durften die SMS auf einem Nokia 3310 bis zu 459 Zeichen (!) lang sein. Das ist mehr als das Dreifache einer Twitter-Nachricht. Für heutige Jugendliche allerdings undenkbar: Der Knochen hatte keine Kamera, man konnte keine Apps auf das Gerät laden – das heißt: kein Facebook, kein Instagram, kein Whatsapp und erst recht kein Snapchat.

Das Interesse am Retro-Handy ist vermutlich mit der Sehnsucht nach vermeintlich besseren alten Zeiten zu erklären. Nicht nur in der Mode wird auf vergangene Trends Bezug genommen. Im Elektronikbereich sind Retro-Computerspiele wie „Super Mario“ derzeit äußerst beliebt. Und der Satiriker Jan Böhmermann ließ ein „Elektroschrott-Orchester“ auftreten, das mit Nadeldrucker und fiependem 56K-Modem Musik macht. In dem Wunsch nach einem alten Handy mit möglichst wenig Funktionen zeigt sich wohl auch der Wunsch nach Entschleunigung. Die über 30-Jährigen wissen noch, wie es war, in der Straßenbahn zu sitzen, ohne dass jeder auf sein Smartphone starrte.

Hinzu kommt, dass die Handhabung des alten Nokia-Geräts so bestechend simpel war: Wenn der Akku nicht mehr wollte, baute man einfach selbst einen neuen ein. Oldtimerbesitzer, die eine zerbeulte Stoßstange kurzerhand selbst ersetzen, kennen das Gefühl. Nicht zu unterschätzen in Zeiten von Überwachungsplänen und Hackerangriffen ist auch, dass sich ein nicht-internetfähiges Handy viel schlechter orten und ausspähen lässt als ein Smartphone.

MDM Global wird unter dem Markennamen Nokia in Barcelona allerdings auch moderne Smartphones vorstellen: Das Nokia 3, 5 und 6. Und wie altmodisch das neue Nokia 3310 nun tatsächlich sein wird und in welcher Stückzahl es auf den Markt kommt, ist noch unklar. Im Internet kursieren auch Bilder unbekannter Herkunft, die ein Gerät mit altmodischem Gehäuse und modernem Android-Display zeigen.

Sollte der Kult jedoch tatsächlich zurückkehren, lohnt sich für manchen vermutlich der Blick in die Kramkiste im Keller. Wer darin ein original Nokia 3310 findet, sollte es einfach einmal einschalten. Es ist möglich, dass der Akku noch funktioniert.

Von Christiane Eickmann

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