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Die neue Putzigkeit

Spucktuch als Trendaccessoire Die neue Putzigkeit

Vom Spucktuch zum Trendaccessoire: Was bis vor Kurzem nur der Nachwuchs um den Hals trug, binden sich mittlerweile auch Erwachsene um. Und farbenfroh sind die Tücher mitunter auch noch.

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Weich gewebte Baumwolle, die an Kindertage erinnert: Wer sich das nostalgische Hype-Tuch umwickeln will, kann online die Luxusvariante bestellen oder selbst färben.

Quelle: Wayda/Instagram

Hannover. Eltern sind Nostalgiker. Spätestens, wenn der pubertierende Nachwuchs mampfend, stampfend und Türen schlagend Hauswände und Nerven erzittern lässt, sehnen sie sich zurück in die Zeit, da alles noch niedlich war, was das Kind so von sich gab. Sie streichen dann einmal öfter seufzend über alte Schnuller, Zopfgummis oder Schühchen, die sie als Talisman am Schlüsselbund oder dem Autorückspiegel baumeln haben. Doch schützt auch das kaum vor den launischen Attacken von Teenagern.

Wer sich Ärger vom Hals schaffen will, kann jedoch versuchen, auf Kuschelkurs zu gehen – mit dem Wayda-Tuch. Immerhin dürfte das, was manche Mütter derzeit als Schal verwenden, den Nachwuchs erst mal sprachlos machen: Das Wayda-Tuch in seiner einfarbigen Knitteroptik sieht aus wie ein recyceltes Mull-Lätzchen aus den Tagen, als Mama noch entzückt war, wenn Sohn oder Tochter laut rülpsten.

Ob fürs Spucken oder Pucken, zum Vollkleckern mit Pastinakenbrei, als Stoffwindel oder Wadenwickel – das anschmiegsame Mulltuch war und ist in unzähligen Familien ständiger Begleiter von der Geburt bis zur Einschulung. Als Halstuch soll es nun also auch darüber hinaus taugen. Was auf den ersten Blick putzig wirkt, ist mittlerweile ein angesagtes Trendaccessoire.

Weich dank besonderer Webart

Bei Wayda, online und in ausgesuchten Mutter-Kind-Boutiquen erhältlich, kann sich die ganze Familie mit den Tüchern eindecken. Es gibt Modelle in unterschiedlichen Größen und Farben, die je nach Saison variieren. Denn das Wayda-Tuch will als “all four seasons product“ das ganze Jahr über nützlich und schön sein. Im Herbst und Winter dient es immerhin als hautfreundliche Alternative zu kratzigen Wollschals, in den wärmeren Monaten schützt es das Dekolleté vor Sonnenstrahlen oder vor kühlem Seewind am Strand.

Geworben wird mit dem Hinweis, dass das Design aus Frankreich stamme. Französische Mode – das kann nur chic sein. Doch die Schöpferin ist eine Deutsche mit Wohnsitz in Toulouse. Louise von Plüskow entwirft dort, lässt die Tücher aber in Deutschland produzieren und per Hand einfärben. “Qualität, Verantwortung und Transparenz“ lauten die Schlagworte ihrer Unternehmensphilosophie. Das Material der Tücher besteht aus hundert Prozent Bio-Baumwolle, genauer gesagt: Musselin. Hört sich edler an als Mull, ist aber im Prinzip dasselbe. Denn dahinter steckt die gleiche Webart, die dem Stoff einen besonders weichen Griff verleiht.

Die banalen Mulltücher aus dem Drogeriemarkt kosten im Vergleich zu den Designvarianten aus Toulouse nur einen Bruchteil. Wenn man den Bestand aus Babytagen selbst einfärbte, bekäme man aber sicher nicht solche Töne wie “Clear Water“ oder “Polar Vanilla“ hin. Außerdem: Irgendwann ist auch mal gut mit Nostalgie.

Von Kerstin Hergt

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