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Einfach Pasta. Basta.

Käse und Pfeffer statt Superfood Einfach Pasta. Basta.

Nach Acai-Beeren, Algenriegeln und grünen Smoothies ist der neueste Foodtrend aus den USA geradezu verwirrend bodenständig: Cacio e Pepe, Pasta mit Käse und Pfeffer, ist offiziell das hipste Gericht des Jahres.

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Einfach, lecker, bodenständig: Das neue Lieblingsessen der New Yorker Foodszene ist ein jahrhundertealtes Pasta-Rezept aus der Emilia-Romagna mit nur vier Zutaten: Cacio e Pepe.

Quelle: Whitney / CC BY 2.0

In Sachen Food-Trend leiden die USA an einer Art kulinarischem Schüttelfrost. Eben noch trachtete man die Alte Welt von der Köstlichkeit eines Grünkohlsmoothies oder eines Algenriegels zu überzeugen. Aber kaum haben wir uns überwunden, an der schleimigen grünen Masse zu nippen oder in das Teil mit dem Fischodeur zu beißen, schwappt schon der nächste Trend über den Großen Teich. New Yorks gastronomische Spürnasen sind sich einig: Das hipste Gericht des Jahres ist Cacio e Pepe – zu Deutsch: Käse und Pfeffer, dargereicht an Nudeln.

In den renommiertesten italienischen Restaurants in New York und anderen US-Großstädten geht das simple Pastagericht weg wie warme Semmeln. Und in der Food-Gemeinde ist eine heftige Diskussion über die Frage im Gang, wie Cacio e Pepe werkgetreu zubereitet wird. Mit oder ohne Butter? Mit vorab gemixter oder zeitgleich mit der Pasta gerührter Soße?

Die Meinungen und Varianten sind so zahlreich wie die Fans, die das jahrhundertealte Gericht aus der Emilia-Romagna plötzlich hat. Warum es so angesagt ist, lässt sich schwer sagen – der Gedanke, dass nach all dem Superfood die Sehnsucht nach etwas Bodenständigem übermächtig war, dürfte aber nicht ganz falsch sein.

Pecorino, Parmeson & Pfeffer

Das Schöne an den Cacio-e-Pepe-Nudeln ist die Tatsache, dass die nötigen Zutaten fast immer im Haus sind. Vorausgesetzt, die Bewohner haben ein Faible für italienische Küche und stets je ein Stück Pecorino und Parmesan auf Vorrat im Kühlschrank. Die beiden anderen Ingredienzien, schwarze Pfefferkörner und Hartweizengrieß-Pasta, dürften ohnehin vorhanden sein.

Mit etwas Übung und Geschick lässt sich daraus in 20 Minuten etwas erstaunlich Köstliches zaubern. Vorausgesetzt, zwei Kniffe werden angewendet: Zum einen sollten die Pfefferkörner vor dem Mahlen in einer heißen, trockenen Pfanne kurz unter eifrigem Rühren geröstet werden, das hebt den Geschmack. Und das Pastakochwasser, das für die Soße abgeschöpft wird, sollte ein paar Minuten vor Ende der Garzeit der Nudeln entnommen werden, damit es etwas abkühlt – das verhindert, dass der Käse klumpig-strähnig wird, statt gleichmäßig die Pasta zu überziehen.

Ganz einfach selbstgemacht

Für vier Personen braucht man 400 Gramm Spaghetti oder Tonnarelli, 70 Gramm geriebenen Pecorino, 30 Gramm geriebenen Parmesan und einen Esslöffel frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer. Die Pasta in gut gesalzenem Wasser bis kurz vor den gewünschten Garpunkt kochen, nach der Hälfte der Zeit eine Kelle Kochwasser entnehmen und beiseite stellen. In einer großen Schüssel den Käse und Pfeffer mit ein wenig kaltem Wasser zu einer Paste verrühren, gut verteilen.

Nudeln mit einer Zange aus dem Topf fischen, in die Schüssel geben und sehr zügig mit der Paste verrühren. Dabei löffelweise das abgekühlte Kochwasser zugeben, bis eine geschmeidig-cremige Soße entsteht, die jede einzelne Nudel komplett umhüllt. Auf vorgewärmten Tellern anrichten, nach Geschmack mit weiterem Käse und Pfeffer bestreuen. Diese Variante für Puristen kommt ohne Butter oder Olivenöl aus, wer nicht ohne kann, darf aber gern ein Flöckchen Fett mit unterrühren. Aber nicht der Grünkohl-Fraktion verraten ...

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Von Redakteur Stefanie Gollasch