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Trink Pink!

Kuriose Kaffeetrends Trink Pink!

Latte macchiato bestand ursprünglich aus Espresso, Milch und Milchschaum. Die angesagten “Latte“-Variationen dagegen haben mit Kaffee selten etwas zu tun – und selbst die namensgebende Milch wird inzwischen verschmäht.

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Es ist angerichtet

Nichts für Kaffeefreunde: Der “Pitaya Latte“ besteht aus püriertem Fruchtmus, Kakaobutter und mandelbasiertem Milchersatz.

Quelle: Planet Organic

Hannover. Die Milch allein macht’s nicht mehr, und selbst der Kaffee bleibt zuweilen auf der Strecke. Kaum ein anderes Heißgetränk ist so häufig Veränderungen ausgesetzt wie der Latte macchiato. Vielleicht liegt es am vom Beginn an schlechten Image: Mal galt die italiensche Version des Milchkaffees als Symbol der Gentrifizierung sowie als Lieblingsgetränk von Menschen, die in den Tag hinein leben.

Vielleicht provoziert der “Latte“ auch einfach wegen seiner grundsätzlich strengen Trennung von Milch, Espresso und Milchschaum zum Experimentieren mit unkonventionellen Mach- und Servierarten. Nach dem würzigen Chai, dem herben Matcha Latte und dem kindlichen Smurf Latte ist das Kaffeekuriositätenkabinett in diesem Sommer nun jedenfalls wieder um ein paar Kreationen reicher geworden.

Aus dem Teeland Großbritannien etwa kommt der sogenannte Pitaya Latte. Darunter versteht man einen Kaffee ohne Kaffee. Seine Farbe (Pink) erhält das Heißgetränk dank des Inhaltsstoffs Pitaya, eher bekannt unter dem Namen Drachenfrucht. Von dieser Frucht gibt es drei Sorten; nur eine hat rotes Fruchtfleisch und sorgt für den knalligen Farbeffekt. Sie gilt außerdem geschmacklich als besonders intensiv. Ihr Aroma gleicht einer Mischung aus Kiwi und Erdbeere.

Sorgt für die Knallfarbe

Sorgt für die Knallfarbe: Die Pitaya oder auch Drachenfrucht ist meist mit weißem, schwarz gesprenkelten Fruchtfleisch zu bekommen. Für den Pitaya-Latte braucht man rotes Fruchtfleisch.

Quelle: Wikipedia/Genet

Für den Latte wird die Pitaya püriert und mit heißer Mandelmilch sowie einem halben Teelöffel geschmolzener Kakaobutter zusammengemixt. Eine andere Variante ist der ­Beetroot Latte: Dabei kommen zur Mandelmilch ein Schuss Rotebeetesaft, ein Hauch Ingwer und ein Esslöffel Agavensirup.

Wer nicht auf Pink steht und Weiß-Braun zu fade findet, kann sich auf eine bunte Variante freuen, die vielleicht schon bald über den Atlantik schwappt: Der sogenannte Einhorn Latte hat auf jeden Fall schon jede Menge Fans außerhalb seines Entstehungsortes im angesagten New Yorker Viertel Williamsburg in Brooklyn gefunden.

Dem Milchkaffee werden Cashewnüsse, Vanille, Ingwer, Zitronensaft, Datteln und Algenpulver beigemischt, obendrauf kommen bunte Streusel, und zwar nicht zu knapp. Das Einhornelixier, dem mancher Anhänger gar “heilende Kräfte“ zuschreibt, hat insofern magische Wirkung, als dass es nun auch in ganz New York regenbogenfarbene Milchshakes gibt.

Welterfolg “Gefleckte Milch“

Der Latte macchiato ist übrigens das erste kaffeehaltige Getränk, das die Cocktailkultur hervorgebracht hat: Hohes Glas, langstieliger Löffel, Verzierung und die Verfeinerung (etwa durch Sirup mit scheinbar jedem denkbaren Aroma) sind eigentlich klassische Bestandteile des Longdrinks.

Nur, dass der in Italien erfundene und um die Jahrtausendwende nach Deutschland gekommene Latte macchiato, italienisch für “gefleckte Milch“, eben zumindest außerhalb Italiens tagsüber genossen wird. In seiner Heimat ist der Latte dagegen eher etwas für das Frühstück – was man allein an dem hohen Energiegehalt sehen kann: Mit Vollmilch zubereitet kommt ein Glas schon mal auf bis zu 200 Kilokalorien.

Von Kerstin Hergt

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