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Kolumnen Das Gespür für Matsch (I)
Sonntag Kolumnen Das Gespür für Matsch (I)
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19:56 08.12.2017
Was im vierten Stock als Schneeflocke vorbeikommt, muss am Boden längst nicht so ankommen – es gilt daher, vorbereitet zu sein. Quelle: RND
Hannover

Erster Schnee heißt normalerweise: Mütze aufsetzen, Kinder einpacken (zur Not Kinder bei Nachbarn oder erreichbarer Verwandtschaft leihen), Schlitten aus dem Keller holen, heißes Wasser abfüllen und durch Alkohol haltbar machen, rausgehen, fröhlich sein, Fotos machen, posten, rodeln, Fotos machen, posten, Schneebälle werfen, Schneemänner bauen, Fotos machen, posten.

Revierkämpfe andeuten, Fotos machen. Revierkämpfe austragen, Fotos löschen, Ärger mit haltbar gemachtem Wasser schlichten, bei Einbruch der Dunkelheit glücklich in das warme Zuhause kommen, gepostete Fotos erstmals angucken.

Winter ist nur eine Jahreszeit

Für das Posten brauchte man früher Post und Zeit, ansonsten war das alles immer so. Den Klimawandel gibt es nach Aussage führungsbeauftragter Weltenlenker ja nicht, es kann also immer so weitergehen. Schneeoretisch. Praktisch hingegen muss man bei erstem weißem Niederschlag ein paar Kleinigkeiten beachten. Und bei zweitem eigentlich auch. Und so weiter. Aber weil es bei der Jahrespremiere ja noch neu ist, bleibt es etwas Besonderes.

Allerdings müssen wir umdenken: Winter ist nur eine Jahreszeit und übernimmt keinerlei Verantwortung für das Wetter. Schnee kommt und geht, bleiben steht nicht mehr im Vertrag. Wir brauchen Gespür. Gespür für Matsch. Bevor man also bei Schneefall die Mütze aufsetzt oder die Kinder einpackt oder überhaupt die Kinder ans Fenster holt, sollte man prüfen, ob das Schneefall ist oder Fallout. Oder Samen von Pappeln mit Timingproblemen.

Im Falle von Fallout

Sollte es Fallout sein, alles streichen bis auf die Sache mit dem heißen Wasser. Spricht alles für Schnee, und im ZDF sagen sie das auch, dann das mit den Fotos vorziehen, solange das Zeug liegt. Bei Wohnungen im vierten Stock können die Flocken beim Vorbeischneien noch eine gute Prognose bei minus zwei Grad haben. Unten dagegen ist es sieben Grad plus, und wenn im ersten Stock jemand bei offenem Fenster raucht, kommt der Schnee schon als Matsch auf dem Boden an.

Vielen Eltern ist das egal. Sie ziehen ihre Kinder auf Schlitten durch Pfützen und rufen jedesmal “Heissa!“ oder so was, wenn sie Schneereste durchqueren. Fotos nicht vergessen! Winter 2017. Heissa.

Von Uwe Janssen

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