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Kolumnen Melodien für Melonen
Sonntag Kolumnen
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20:00 23.06.2017
Innen rot und mehr oder weniger kernlos, außen grün, insgesamt zu schwer und kaum zu knacken: Der Siegeszug der Wassermelone gehört zu den unwahrscheinlicheren Erfolgsgeschichten. Quelle: Fotolia
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Hannover

Was mag der Entdecker der Wassermelone gedacht haben, als er das Ding zum ersten Mal in der Hand hatte? Sieht schön aus, ist schwer und robust. Das Überraschungsei der sportlichen Naturfreunde. Was zum Naschen, was zum Kegeln und was Spannendes. Allerdings innen nur farblich.

Der Rest – eher wässrig, für das Transportgewicht wenig abwechslungsreich, und den Farbstoff auch noch von der Tomate geklaut. Als Reiseproviant also denkbar ungeeignet, und für das Kegeln haben die alten Germanen lieber mit Steinen auf Knochen geworfen. Was schon früh die Frage aufwarf: Quo vadis, Melone?

Inkompatibel mit Kühlschrankstandards

Als stationärer Durstlöscher in heißen Gegenden war die Frucht, Gattung Panzerbeere, geeignet, wenn man sie zu öffnen verstand. Da sich das internationale Kühlschrankdesign aus Platzgründen nicht nach dem Kaliber Melone richtete, musste die Melonenszene den ersten Schritt machen und abspecken, im Melonenjargon abwassern genannt.

Statt der Monstermelonen vom Ausmaß eines mittleren Nutztiers wurden Haushaltsgrößen gezüchtet, die nicht mit einer Sackkarre vom Markt nach Hause und mit einem Seilzug in obere Stockwerke gehievt werden mussten. Die Funktion der Rinde als Kinderbadewanne war zwar dahin, dafür machte die Wassermelone Karriere auf Sommerbüfetts und Picknickdecken. Und das leider nicht nur als Nahrungsmittel.

Der Kürbis muss sich warm anziehen

Schnell wurde die Wassermelone auch als Bastelobjekt entdeckt. Im Gegensatz zur langweiligeren Honigmelone, der Tussi unter den Panzerbeeren, reizte hier die Farbgebung zur Nahrungsgestaltung. Während sich Männer auf den wortlosen Verzehr konzentrierten, schufen kreative Frauen wahre Kunstwerke aus Wassermelonen. Noch immer sind nachgebaute Tiere hoch im Kurs, rote, akupunktierte Igel oder grüne Haie mit ausgesägten Zähnen – allesamt Entwürfe, die im Arbeitszeugnis das Urteil “Kam immer pünktlich“ nicht weit überschreiten würden.

Und es geht schon weiter: “80 Melonen“ war der Sommerhit des Jahres 2016. Und selbst der Kürbis muss sich warm anziehen, denn die Melonendekobrut hat schon Halloween für sich entdeckt. An ein melonisiertes Ostern mag man gar nicht denken. Vor allem der Hase nicht.

Von Uwe Janssen

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